Historic entrance gates to the St Leonards campus.

Unsere Artikel • 16th July 2026

Auf nach Schottland!

A brunette women with glasses in a black blouse is smiling into the camera Von Nina Slattery

Was für eine Reise! Als wir uns vor Kurzem auf den Weg nach Inverness machten, wartete ein straffes Programm auf uns: Fünf Tage, acht Internate und mehr als 500 Kilometer quer durch Schottland. Unser Ziel: herausfinden, was schottische Internate wirklich ausmacht. Denn über England schreiben wir jeden Monat – und das seit Jahren. Schottland hingegen ist für viele deutsche Familien noch immer ein weißer Fleck auf der Landkarte, und für uns war es höchste Zeit, den Norden Großbritanniens wieder einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Natürlich begegneten uns all die Bilder, die man mit Schottland verbindet: sanfte Hügel, spektakuläre Alleen, uralte Gemäuer, Schafweiden, Seen und ein Wetter, das sich erstaunlich sommerlich präsentierte. Doch je mehr Schulen wir besuchten, desto mehr rückte die Kulisse in den Hintergrund. Viel spannender war die Frage: Was zeichnet die einzelnen Schulen aus und warum sollten wir unseren Familien ausgerechnet ein Internat hier oben im Norden empfehlen?

Jedes Mal, wenn wir nach einem Schulbesuch ins Auto stiegen und die ersten Minuten schweigend vergingen, fiel immer die gleiche Frage:

„Und? Zu welchem Kind passt die Schule?“

Dann begannen Diskussion über Menschen, Atmosphäre, Werte und darüber, welches Kind an welcher Schule wirklich glücklich werden könnte.

Genau deshalb sind solche Reisen so wertvoll. Prospekte und Websites können viel erzählen. Doch das Gefühl, das man beim Verlassen eines Campus mitnimmt, kann keine Broschüre vermitteln.

Acht Internate und acht Persönlichkeiten

Das Überraschendste an unserer Reise? Obwohl alle Schulen in Schottland liegen, gleicht keine der anderen!

Gordonstoun beeindruckte uns mit seiner kompromisslosen Outdoor-Erziehung und Schülerinnen und Schülern, die sich bewusst immer wieder aus ihrer Komfortzone wagen. Das Glenalmond College verkörperte eher das klassisch britische Internat mit morgendlicher Andacht in der Kapelle und einer Direktorin, die jeden Einzelnen persönlich am Eingang begrüßt, während es mit einer unglaublichen Landschaft punktete. Strathallan School wirkte wie ein riesiger Blumenstrauß an Möglichkeiten, von einem riesigen Sportangebot bis hin zu Theater, Musik und einem beeindruckenden Kunstbereich. Das alles verbunden mit der charmanten Erinnerung und einem Augenzwinkern von Admissions-Leiterin Lisa: „Don’t forget: first and foremost, we’re still a school.“

Dann gab es da St. Leonards in dem Studentenstädtchen St. Andrews mit seinem anspruchsvollen International Baccalaureate und einem großen Golfangebot, direkt neben dem berühmten Old Course, dem ältesten Golfplatz der Welt. Die Dollar Academy trug unverkennbar die Handschrift ihres umtriebigen Direktors Ian Munroe, der seine Schülerinnen und Schüler auf eine Welt vorbereitet, die sich ständig verändert. Fettes College vereinte die Vorteile Edinburghs mit einem Campusleben auf einem unglaublichen Anwesen, das unseren Chef zu folgendem Kommentar hinriss: „Fettes is a different kind of beast!“ Auf jeden Fall! Loretto School hingegen begeisterte mit seiner familiären Atmosphäre und einer der renommiertesten Golf-Akademien des Landes, und - last but not least - Merchiston Castle verfolgte als einziges Jungeninternat Schottlands einen bemerkenswert modernen Ansatz von positiver Männlichkeit.

Schon nach wenigen Besuchen war klar: Das typisch schottische Internat gibt es eigentlich gar nicht. Alle haben ihren eigenen Charakter und Werte, für die sie stehen.

Die Menschen

Wenn uns etwas auf dieser Reise nachhaltig beeindruckt hat, dann waren es die Menschen.

An jeder Schule haben wir sicherlich mit fünf bis zehn Personen gesprochen – von bescheidenen, nachdenklichen, und leidenschaftlichen Direktoren über herzliche und fürsorgliche Damen von den Admissions-Teams bis hin zu detailverliebten, diskussionsfreudigen und offenen Lehrern, dann wieder mit sympathischen, selbstbewussten und charmanten Schülerinnen und Schülern bis hin zu strukturierten und beseelten Hauseltern. Wir kennen sie jetzt alle und there was not one bad egg.

Das Essen – von Haggis bis Shortbread

Über das schottische Essen gibt es viele Vorurteile. Nach einer Woche würden wir sagen: Wir hatten die meiste Zeit Glück und zwischendurch mal ein bisschen Pech. Was auf den Tellern landete, reichte von “eher durchschnittlich” bis “außergewöhnlich”. Von einem etwas zähen, gefüllten Hühnchen (in einem Landgasthof, den wir Ihnen nicht empfehlen werden!) bis hin zu echtem Fine Dining (in Edinburgh, was wir Ihnen gern auf Nachfrage empfehlen können).

Vom Schulessen waren wir positiv überrascht. Das Essen war überall frisch, abwechslungsreich und es gab stets genügend Auswahl. Exotische Experimente – wie den Bratwurstsalat, über den wir gestolpert sind – mussten wir glücklicherweise nicht ausprobieren. Dafür gab es internationale Gerichte von Mexiko bis Vietnam und in den Pausen “an apple a day” (zumindest in St. Leonards).

In Dollar erzählte uns unser Tourguide Hel mit einem Grinsen, wie er jedes Jahr versucht, internationale Schülerinnen und Schüler von “Haggis on Toast” zu überzeugen. Doch nicht alle lassen sich auf diese berühmte Innereienspezialität ein. „But it’s really good!“ Ja, auch wir wollten es eigentlich probieren, … doch dann hatten wir leider keine Zeit mehr.

Worauf sich dagegen wirklich alle einigen können, ist Shortbread. Kaum ein Headmaster’s Office oder Besprechungsraum, in dem uns nicht ein Teller frisch gebackener Butterkekse zusammen mit einer „Cuppa Tea?“ angeboten wurde. Nach acht Schulen sind wir Shortbread-Experten und Dollar macht auf jeden Fall das Rennen vor Glenalmond.

Golf – mehr als nur ein Sport

Golf gehört zu Schottland ebenso wie Shortbread und Schafe. Loretto School verfügt über eine der renommiertesten Golf-Akademien Europas und hat den wohl leidenschaftlichsten Golf-Coach, den man sich nur vorstellen kann. St. Leonards liegt nur wenige Gehminuten vom Old Course in St. Andrews entfernt. Dollar arbeitet seit Jahren mit dem berühmten Gleneagles-Golfclub zusammen und hat seinen eigenen kleinen Platz in den Hügeln liegen. Und auch die anderen Schulen verfügen über eigene Plätze, Golf-Coaches oder trainieren regelmäßig auf Anlagen, von denen Golfer weltweit träumen.

Selbst wer bisher keine Berührungspunkte mit Golf hatte, sollte es bei einem Internatsaufenthalt in Schottland einmal ausprobieren. Denn neben den begehrten Scholarships für US-Unis, auf die man hier hinarbeiten kann, spricht noch etwas fürs Golfen: „Golfer sind meistens gute Schüler, weil sie hart arbeiten, fokussiert und ambitioniert sind“, meint Head of School Simon Brian von St. Leonards.

Über Dudelsäcke

Der Dudelsack begegnet einem in Schottland häufiger, als man zunächst vermuten würde. Und ehrlich gesagt: Anfangs braucht das europäische Ohr etwas Eingewöhnung an den Klang, wenn man an einem Musikzimmer in einem Schulflur vorbeigeht. Doch dann sehen wir ein kleines Mädchen im Fettes College auf dem Rasen stehen, das ganz selbstverständlich Dudelsack spielt. Und das ist erst der Anfang. In Gordonstoun proben 150 Schülerinnen und Schüler jede Woche für die Pipe Band (einschließlich brasilianischer und schweizer Internatsschüler). Die Pipe Band in Glenalmond hat eine über 150 jährige Tradition und die Dollar Academy wiederum bezeichnet sich nicht ohne Stolz als eine der weltweit erfolgreichsten Schulen im Bereich Pipe Band und Drumming. Klar ist, dass der Dudelsack an den schottischen Internaten weit mehr ist als ein touristisches Klischee. 

Und der schottische Akzent?

Bevor wir aufgebrochen sind, stand kurz die Frage im Raum: “Wie kommen wir mit dem schottischen Akzent klar?“ Fünf Tage später lautete die Antwort ganz klar: Ohne Probleme.

Die meisten Schulen beschäftigen Lehrkräfte aus dem gesamten Vereinigten Königreich. Wirklich starke schottische Akzente begegneten uns deshalb überraschend selten. Nur in Glenalmond trafen wir auf House-Matron Yvonne. Ihre Aussprache verlangte zunächst etwas Konzentration. Doch nach kurzer Zeit spielte das überhaupt keine Rolle mehr. Denn Yvonne gehört zu den herzlichsten Menschen, denen wir auf unserer Reise begegnet sind. Ihre Offenheit, ihre Freude von ihren Schützlingen zu erzählen und ihre Hilfsbereitschaft sorgten dafür, dass ihr Akzent gar nicht weiter auffiel.

Unser Fazit

Als wir am Ende der Woche Richtung Flughafen fuhren, nahmen wir weit mehr mit als Prospekte und Notizen. Schottland hat uns überrascht. Einige Schulen, die wir vorher nicht unbedingt auf dem Schirm hatten, werden künftig häufiger in unseren Empfehlungen auftauchen - sofern sie denn wirklich zum Kind passen.

Schottland hat uns gezeigt, wie vielfältig die Internatslandschaft nördlich der Grenze ist. In den kommenden Monaten stellen wir Ihnen die einzelnen Schulen ausführlich vor mit ihren Besonderheiten, ihren Stärken und auch den Punkten, die sie für bestimmte Kinder besonders geeignet machen. In der Zwischenzeit fragen Sie uns und wir geben Ihnen detaillierte Auskunft.

Und für alle, die jetzt Lust auf mehr Schottland bekommen haben: backen Sie sich etwas Shortbread, machen Sie sich eine Tasse Tee und lesen Sie unseren ersten Artikel zur Gordonstoun School.  

Hier geht’s zum Gordonstoun-Artikel

Hier geht’s zum Shortbread-Rezept

 

30 Jahre Erfahrung bei der Vermittlung britischer Internate

Seit über 30 Jahren begleiten wir Familien bei der Wahl des richtigen britischen Internats. Damit gehören wir zu den ersten und wenigen Agenturen, die sich ausschließlich auf dieses Feld spezialisiert haben. Unsere Erfahrung macht den Unterschied.

Warum das wichtig ist, erfahren Sie hier.

Warum von Bülow

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