
Bei einem unserer letzten Schulbesuche waren wir im Südwesten Englands unterwegs an der Taunton School. Nicht zu verwechseln mit King’s Taunton oder Queen’s Taunton, denn Taunton School ist die größte von den dreien. Selbst wenn es hier etwas weniger „royal“ im Namen zugeht, empfehlen wir die Schule seit vielen Jahren gerne, nicht zuletzt wegen ihres eigenen internationalen Zweigs, der für viele unserer Familien besonders interessant ist.
Eine Schule im Wandel
Doch derzeit tut sich etwas. Wir waren neugierig zu erfahren, wie das Internat die bisherige Trennung zwischen Taunton School und Taunton International School im Bereich Wohnen und Lernen zunehmend auflöst und neu gestaltet. Um mehr darüber zu erfahren, trafen wir Director of Admissions Adrian Hallworth und sein freundliches Team.
Sechs Guides, sechs Perspektiven
Außerdem wurden wir von – Achtung! – sechs Tourguides begleitet. Das sind dreimal mehr als bei jedem anderen Schulbesuch, den wir bislang erlebt haben.
Zunächst erzählten uns die deutschen Sixth Former Matilda, Milan und Konstantin aus Year 12 von ihrem Boarding-Leben, dem Essen und ihren ersten Wochen an der Schule. Anschließend übernahmen die ein Jahr älteren Sixth Former Wataru aus Japan, Amelie aus Deutschland und Ella mit schweizerisch-britischen Wurzeln die Führung. Gemeinsam zeigten sie uns den Campus, die Boarding Houses und die vielen Facetten des Schulalltags.
Eine Geschichte, die in Schottland begann
Zum Abschluss hatte Adrian noch ein besonderes Gespräch für uns organisiert.
Wir trafen Friedrich aus Deutschland, der uns von seinem Wechsel von einem schottischen Internat an die Taunton School erzählte. Allein seine Entwicklung könnte Stoff für einen eigenen Artikel liefern: vom Jungen mit Sprachproblemen und wenig Selbstvertrauen zu einem selbstbewussten jungen Mann, der vor uns (einer Gruppe fremder Erwachsener!) offen seine Geschichte erzählt.
Lesen Sie also weiter und erfahren Sie, wie Friedrich – und viele andere Schülerinnen und Schüler – hier in Taunton nicht nur eine Schule, sondern ein echtes Zuhause gefunden haben.

Die Lage
Taunton School liegt im gleichnamigen Städtchen im wunderschön ländlichen County Somerset. Wir wollen Sie nicht mit Wiederholungen aus anderen Artikeln (King's College Taunton) langweilen. Nur so viel: Taunton ist klein, sicher und ein beliebtes Ziel für einen Sonntagsausflug ins Café oder zum Supermarkt. Praktisch ist die Bahnstation, denn von hier aus erreicht man London Paddington in erstaunlichen eindreiviertel Stunden. Taunton liegt damit weit genug entfernt vom Londoner Dunstkreis und gleichzeitig nicht am Ende der Welt.
Historische Mauern, moderne Ideen
Erbaut 1847, hat die Schule in den vergangenen Jahren erstaunlich viele Modernisierungen vorgenommen und ist immer noch dabei. Inzwischen verbindet ein freundlicher Campus die fünf Boardinghäuser der Senior School miteinander. An das altehrwürdige Haupthaus schmiegt sich heute ein moderner, lichtdurchfluteter Speisesaal für 400 Schülerinnen und Schüler.
Die Innovationen in der Architektur schaffen es allerdings nicht immer ganz bis auf die Teller. Einige internationale Schüler wünschen sich gelegentlich etwas mehr Auswahl und etwas weniger traditionelle Würstchen mit Bohnen zum Frühstück oder sonntags einmal etwas anderes als den klassischen Sunday Roast. Andererseits sind das vermutlich genau die Geschichten, über die man Jahre später mit einem Schmunzeln aus seiner britischen Internatszeit erzählt. Und natürlich umfasst der Speiseplan weit mehr als English Breakfast und Sunday Roast. Zudem versorgt der Griffin-Kiosk die Schülerinnen und Schüler mit Sandwiches, Proteinriegeln und allerlei Nervennahrung – nicht zuletzt für lange Lernnachmittage in der frisch modernisierten Carrington Library.
Kunst und Design als echte Stärke
Ebenfalls neu eingerichtet wurde der pragmatische Sixth Form-Bereich, in dem wir uns mit Matilda, Milan und Konstantin unterhielten. Alle drei nannten das Design-&-Technology- sowie das Kunst-Department als einen wichtigen Grund für ihre Schulwahl.
Und tatsächlich: Beim anschließenden Rundgang begegneten uns beeindruckende Schülerarbeiten auf Schritt und Tritt. Riesige Gemälde in den Treppenhäusern, Skulpturen, Glasarbeiten, experimentelle Kunstwerke und sogar ein täuschend echter Spielautomat säumten die Flure. In den Glasvitrinen standen Schmuckstücke, Lampen und filigrane Modelle. Auch die Werkstätten des Design-&-Technology-Departments hinterließen Eindruck. Selbst ohne Schülerinnen und Schüler war sofort spürbar, dass hier täglich gearbeitet, gebaut und gestaltet wird.
Zwei Campusse, eine Schule
Die Taunton International School (TIS) verfügt über ihren eigenen kleinen Campus, auf dem viele internationale Schülerinnen und Schüler zunächst wohnen und lernen. Getrennt lediglich durch eine kleine Straße befindet sich auf der anderen Seite der Hauptcampus mit Mensa, Bibliothek, Sportanlagen, Kunstbereichen und Kapelle.
Der stetige Strom an Schülerinnen und Schülern, die zwischen beiden Standorten unterwegs waren, machte schnell deutlich, dass hier keine wirklichen Grenzen existieren. Internationale Schülerinnen und Schüler verbringen einen großen Teil ihres Tages auf dem Hauptcampus – bei Assemblies, im Sport, beim Essen oder in gemeinsamen Aktivitäten.
Als Wataru uns über den kleinen TIS-Campus führte, wurde er beinahe etwas nostalgisch. Die schlichten roten Backsteingebäude, die Klassenräume und der große Aufenthaltsraum erinnerten ihn an seine ersten Monate in England. Hier, so erzählte er, schließe man schnell Freundschaften und finde seinen Platz im neuen Schulsystem.
Boarding wächst weiter
Ab 2027 wird sich das Internatsleben noch stärker auf dem Hauptcampus konzentrieren. Die bisherigen Jungen- und Mädchenhäuser auf dem TIS-Gelände werden geschlossen und durch ein neues Boardinghaus auf dem Hauptcampus ersetzt.
Das moderne Gebäude wird Platz für rund 140 Schülerinnen und Schüler bieten, darunter zahlreiche Einzelzimmer mit eigenem Bad. „Damit erweitern wir unser Boardingangebot um 60 Plätze“, erklärt Adrian Hallworth. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach Taunton School wächst. Der TIS-Campus wird künftig ausschließlich dem Unterricht dienen.
Raum für Sport, Kreativität und Ruhe
Mit 56 Acres – umgerechnet etwa 32 Fußballfeldern – bietet der Campus reichlich Platz. Zu den Einrichtungen gehören ein modernes Sportzentrum mit Schwimmbad, Kunstrasenplätze sowie ein professionell ausgestattetes Theater mit 220 Plätzen.
Wer einen Moment Ruhe sucht, findet ihn in der über 100 Jahre alten Kapelle oder im Health & Wellbeing Centre. Die Schülerinnen und Schüler, die wir während unseres Besuchs trafen, wirkten auffallend ausgeglichen. Vielleicht liegt das daran, dass hier Boxen, Pilates, Schießen, Fußball, Theater, Musik und vieles mehr ganz selbstverständlich zum Schulalltag gehören.

Was aus unserer Sicht Taunton School zu etwas Besonderem macht
Wir kennen kaum eine Schule, die so flexibel auf die individuellen Bedürfnisse und Entwicklungen ihrer Schülerinnen und Schüler eingeht wie die Taunton School. Hier wird sogar ein GCSE-Kurs verlängert, wenn dies dem Lernfortschritt dient. Und während die meisten Internate Aufenthalte von entweder einem oder zwei Terms anbieten, hat Taunton einen ungewöhnlichen Mittelweg geschaffen: einen Aufenthalt von eineinhalb Terms. Für internationale Familien ist das besonders attraktiv, da sich die Zeit in England so auf bis zu 180 Tage ausdehnen lässt – ohne Visum.
Eine Schule voller Möglichkeiten
Einer der Sätze, die uns während unseres Besuchs besonders in Erinnerung geblieben sind, stammt von Adrian Hallworth: „Taunton School is about having options.“
Tatsächlich scheint die Schule alles daran zu setzen, möglichst viele Türen offen zu halten. Schülerinnen und Schüler sollen ausprobieren dürfen, entdecken, worin sie gut sind, und ihren eigenen Weg finden. Dieses Denken zeigt sich besonders im Sport. In vielen Disziplinen gibt es nicht nur A- und B-Teams, sondern auch C-, D-, E- und teilweise sogar F-Mannschaften. So können deutlich mehr Schülerinnen und Schüler am Wettkampfsport teilnehmen als an vielen anderen Internaten.
Das Beste aus zwei Welten
Mit der Taunton International School verfügt das Internat über einen eigenen internationalen Zweig. Das schafft eine seltene Kombination: Internationale Schülerinnen und Schüler profitieren von kleinen Klassen, individueller Unterstützung und speziell zugeschnittenen Programmen, während sie gleichzeitig vollständig am Leben einer großen britischen Boarding School teilnehmen.
Ob beim Essen, im Sport, in der Musik oder in den Boarding Houses: die internationale und die britische Schulgemeinschaft wachsen hier selbstverständlich zusammen.
Qualität statt Einzelprofil
Wir könnten an dieser Stelle ausführlich über Musik, Kunst oder Sport sprechen. Auch das Art Department mit seinen ausstellungsartigen Fluren hat uns nachhaltig beeindruckt.
Doch vielleicht liegt die eigentliche Stärke von Taunton School gerade darin, dass sie sich nicht auf einen einzigen Bereich reduziert. Stattdessen fördert die Schule Kreativität, sportliches Engagement und akademische Entwicklung gleichermaßen und schafft dabei ein Umfeld, in dem möglichst viele Schülerinnen und Schüler ihren Platz finden.
Ein Detail, das Eltern schätzen werden
Ein letzter positiver Aspekt betrifft die Transparenz. Das Admissions-Team arbeitet derzeit an einem Modell, das sämtliche Kosten eines Internatsaufenthalts klar und nachvollziehbar darstellt. So sollen Familien von Anfang an wissen, welche Ausgaben auf sie zukommen.
Kein entscheidender Faktor bei der Schulwahl, aber ein Service, den viele Eltern sicherlich zu schätzen wissen werden.

Das Akademische
Mit einem bewusst offenen Aufnahmeansatz und ohne übermäßig selektive Hürden, erzielt die Schule umso bemerkenswertere Ergebnisse: 53 % der GCSE-Ergebnisse lagen 2025 im Bereich 9–7 und 39 % der A-Level-Ergebnisse bei A*/A (69 % A–B), während der durchschnittliche IB-Score mit 33,3 Punkten ordentlich über dem globalen Schnitt von rund 30 liegt.
Der internationale Weg zum Abschluss
Taunton School ist stolz auf seine unterschiedlichen Wege, die zum Abschluss führen, wobei sich unsere Schüler zumeist für das IB (International Baccalaureat) und gegen den britischen A-Level Abschluss entscheiden. Gerade für das IB und das GCSE (der mittleren Reife entsprechend) bietet das Internat ein Vorbereitungsprogramm für 15- und 16-Jährige an, um innerhalb eines, statt in zwei Jahren die erforderlichen Noten zu erreichen. Das ist attraktiv für unsere Familien und funktioniert mit dem kleinen internationalen TIS-Campus sehr gut. „Hier lernen die Schüler wesentlich besser und wechseln dann nach einiger Zeit zu den anderen“, erzählt uns eine Lehrerin auf dem Flur. Die Klassen sind klein (im Schnitt acht Schüler), ein Team spezialisierter Lehrkräfte und individuelle Betreuung durch Tutoren bringen eine gute Lern- und Arbeitsatmosphäre. Zudem gibt es Unterricht am Samstag.
Kleine Klassen, große Wirkung
Alle Guides, die uns ans TIS geführt haben, lieben es. „Hier, am TIS ging alles los“, so Wataru. Inzwischen büffelt er in seinem Abschlussjahr unter anderem für Physik und Business Studies und sitzt einmal mit neun und im anderen Kurs mit fünf Schülern. Da ist intensives Lernen garantiert. Für die Zeit danach hat er klare Pläne: Zunächst an die Uni in Cardiff für ein Business Management Studium, danach zurück nach Japan, „um meinen Eltern in der Firma zu helfen.“
Gut vorbereitet auf die Zeit nach der Schule
Auch alle anderen Schülerinnen und Schüler werden an der Taunton School individuell bei der Planung ihres Weges unterstützt: Eingebettet in ein breit angelegtes Programm zur persönlichen Entwicklung, gibt es Informationsveranstaltungen, Hochschulbesuche und Karrieremessen, um fundierte Einblicke zur persönlichen Orientierung zu bekommen. Das Futures Department arbeitet dabei eng mit der Sixth Form zusammen und begleitet die Bewerbungsprozesse kontinuierlich. Mit Erfolg. Studienplätze an renommierten Universitäten, darunter auch hin und wieder Oxford University, warten auf die Taunton Abgänger.
Wenn Individualisierung wirklich gelebt wird
„Man muss halt schauen, dass man die Wege der Schüler so individualisiert, dass es für sie passt“, sagt Adrian und während die einen Intensivkurse belegen und sich auf Karrieren nach der Schule vorbereiten, kommt die Schule anderen entgegen: Friedrich durfte seine GCSE-Prüfungen innerhalb von zwei Jahren ablegen. Das ist – vorsichtig ausgedrückt – ungewöhnlich.
Friedrichs Happy End
Ursprünglich hatte sich der Niedersachse für das wilde Schottland entschieden, erlebte dort eine schwere Zeit, hatte Probleme, die neue Sprache zu verstehen und fand schlecht Anschluss. Statt sich geschlagen zu geben und zurück nach Deutschland zu gehen, traute er sich, an die Taunton School zu wechseln. Nun ist er inzwischen zwei Jahre hier und hat gerade die Auszeichnung zum „Schüler der Woche“ erhalten und das Lächeln in seinem Gesicht sagt alles. Inzwischen versteht er fast alles auf Englisch, seine Noten sind auf 8 gestiegen (9 ist die Bestnote!) und er rudert inzwischen in der ersten Mannschaft. Das nennt man wohl „Happy End!“ Dafür hat die Schule einiges geleistet.
„Ich hatte eine ziemliche Bildungslücke und musste vieles nachholen. Aber mit Tutoring und den Clinics (für Nachhilfe) habe ich es geschafft“, erzählt Friedrich. Wir waren zutiefst beeindruckt, wie sich ein junger Mensch entwickeln kann, wenn die Schule ihm die richtigen Möglichkeiten eröffnet. Friedrich wird nach seiner Zeit in Großbritannien als selbstbewusster junger Mensch zurück nach Hause fahren. Und ja, man konnte es Admissions-Direktor Adrian ansehen, wie stolz er auf seinen Schützling ist.

Das Außerschulische
Friedrich ist wahrscheinlich das beste Beispiel dafür, dass, wenn das Gesamtkonzept stimmt, junge Menschen aufblühen. Neben dem guten akademischen Unterbau gehört an der Taunton School auch ein umfangreiches Freizeitprogramm dazu. Die Schule motiviert alle Schüler, sich für mindestens drei Aktivitäten pro Term einzuschreiben, immer mit der Hoffnung, dass sich ein tieferes Interesse über die Zeit entwickelt oder etwas Neues ausprobiert wird.
Sport und Bildung für alle
„Sport und Bildung für alle“ ist sicherlich ein Motto, das wir aus Taunton mitgenommen haben. Und wie bereits erwähnt, hören die Mannschaften nicht nach dem B-Team auf, sondern es gibt etliche Sportarten, wo auch schwächere Spieler sich in sportlichen Wettkämpfen messen können. Kein Wunder, dass es 120 Teams in rund 20 Sportarten gibt.
Im landesweiten Sport-Ranking belegt Taunton School einen erstaunlichen 14. Platz und misst sich selbst mit Topschulen wie Millfield.
Vom Hockeyplatz bis zum Pentathlon
Hockey, Rugby, Netball, Cricket, Schwimmen, Tennis, Fußball und Leichtathletik gehören zu den Kernsportarten, dazu gibt es moderne Außenplätze, ein Schwimmbad und eine Sporthalle mit Kletterwand. Amelie hat Fechten belegt, Matilda ist im Boxen und Pilates unterwegs (ihr Händedruck war eindeutig einem harten Training geschuldet). Als kleine Besonderheit hat Taunton School Penthaton im Angebot, eine Mischung aus Fechten, Schwimmen, Hindernislauf und Laser-Run (eine Mischung aus Laufen und Schießen).
Als Leistungssportler sollte man sich vielleicht nach einer anderen Schule umschauen, für Friedrich aber war die große Sportauswahl perfekt. Er hat bei Ruderwettkämpfen und Hockeyspielen mitgemacht und vor kurzem einen vierten Platz mit seinen Ruderkollegen belegt. Doch nicht nur das Sportangebot ist umfangreich und gut.
Kreativität auf vielen Bühnen
Über das beeindruckende Design- und Technologiedepartment haben wir ja schon gesprochen. Darüber hinaus kann man sich musikalisch von Kammermusik bis zu Musical-Ensembles ausprobieren oder in einer der Theaterproduktionen mitmachen, für die übrigens gerade geprobt wurde als wir besichtigten. Tosender Applaus kam aus dem Probenraum.
Über 150 Möglichkeiten
Insgesamt bietet das Internat über 150 Angebote an. Amelie ist in der Business Society und im Young Entrepreneurs Club und lernt, wie Wertschöpfungsketten funktionieren. „ Wir haben ein Produkt entwickelt: einen kleinen Griffin, der aus dem 3D-Drucker kommt und den wir jetzt verkaufen.“ Mathilda hat Bridge, Chor und Schießen belegt, Milan ist ins Programmieren, Schach und Tennis eingetaucht.
Engagement gehört dazu
Wer das IB machen will, für den sind drei Clubs Pflicht. Darüber hinaus muss man einen IB-Service machen. Man kann beispielsweise Nachhilfe geben, in der Bücherei oder im Kiosk arbeiten. „Der Kiosk ist besonders beliebt, weil man dort noch Geld bekommt“, sagt Mathilda.

Das Internatsleben
440 Internatsschüler aus über 60 unterschiedlichen Nationen leben an der Taunton School. Die Senior School hat rund 300 Boarder, von denen etwa 80 in der Sixth Form sind. Die Verteilung ist rund 50:50 – britische und internationale Schüler, darunter etwa 25 Deutsche. Der Zusammenhalt zwischen den Schülern ist stark: britische, internationale und Tagesschüler mischen sich. Amelies Freunde beispielsweise stammen aus Taunton, Belgien und Kazachstan.
Boarding im Wandel
Durch die noch bestehenden Internatshäuser am internationalen Campus, teilt sich die Gruppe der Boardingschüler etwas auf. Doch ab 2027 wird sich durch das neue Boardinghaus das komplette Internatsleben auf den Hauptcampus verlagern. Busy times ahead!
Zu Besuch in Weirfield House
Wir besuchten das Mädchenhaus Weirfield. 70 Mädchen von Year 9 bis Year 13 wohnen hier zusammen. Es ist ein freundliches, großzügiges Haus mit Lernbereichen und einer offenen Küche in der in großen Lettern „24/7 Toast & Noodles“ prankt. In einem kleinen Nebenraum gibt es ein Nagelstudio (!) mit Fläschchen und Trocknern und auf einem pinken Sessel liegt ein Armee-Rucksack.
Der Gegensatz spricht Bände: Hier kann man Mädchen sein und dennoch seiner Leidenschaft bei den Combined Cadet Forces (CCF) nachgehen und halbmilitärischen Drills folgen. In vorgefertigte Schablonen wird hier also keiner gedrückt. Die CCF sind übrigens ein fester Bestandteil vieler britischer Internate, in denen militärische Strukturen mit klassischen Outdoor- und Pfadfinder-Erfahrungen kombiniert werden – eine Erfahrung, die von Jungen wie Mädchen häufig gewählt wird.
Wochenenden zwischen Ausflügen und Erholung
An den Wochenenden stehen nach dem Unterricht Trips nach Bristol, Bath oder Exeter auf dem Programm und sportliche Wettkämpfe. Samstags trifft man sich auch mit Freunden. Für Ella und ihre Freunde aus dem Abschlussjahrgang ist es aber auch einfach schön, zu brunchen und sich zu erholen, bevor wieder die Bücher fürs Lernen herausgeholt werden.
An Exeat-Wochenenden können die Schülerinnen und Schüler entweder am Freitagabend die Schule verlassen oder für die sogenannten „Reading Weekends“ bleiben, was besonders praktisch für internationale Boarder ist. Dann entfallen Unterricht und sportliche Wettkämpfe. Diese Wochenenden bieten eine Pause, um sich zu erholen.
Wohlbefinden im Blick
Die Schule achtet auf das Wohlbefinden der Schüler. Amelie erzählt uns, dass neben den Gesprächen mit den Houseparents auch einmal pro Woche ein online Check-In zum Wellbeing gemacht wird: Wie sieht es mit deinem Schlaf, deinem Essen und deinem Gefühl von Sicherheit aus. Wenn etwas nicht passt, wird dem nachgegangen.
Friedrichs Ankommen in Taunton
Hier müssen wir auch nochmal Friedrich erwähnen. „Ich hatte tierisches Heimweh, als ich hierherkam. Doch mein Hausvater und meine Tutorin waren immer für mich da und ich hatte immer die Möglichkeit, über alles sprechen zu können.“ Das Gefühl „Willkommen zu sein“ gab ihm die nötige Sicherheit, um sich langsam einzuleben. Seine besten Freunde kommen inzwischen aus Hong Kong, Deutschland und Japan und das internationale Umfeld tut ihm sichtbar gut.
Schüler helfen Schülern
Auch Ella, die zum Prefect in ihrem Haus gewählt wurde, steht als Anlaufstelle zur Verfügung. „Manchmal wollen die jüngeren Schülerinnen nicht mit einem Erwachsenen sprechen, dann kommen sie zu mir und wir finden gemeinsam eine Lösung.“
Als Prefect ist Ella eingebunden in Aufgaben wie Prep Duties – also die Aufsicht während der Lernzeiten – und Call-Overs, bei denen geschaut wird, ob alle da sind. Aber sie organisiert auch die Fun Fridays mit Brettspielen und Filmabenden. Langeweile wird aus dem Programm gestrichen.
„Hier wurde man ab Tag 1 voll reingeschmissen“, erinnert sich Mathilda an ihre Anfangszeit. Am ersten Sonntag seien sie direkt mit internationalen und britischen Boardern auf einen Ausflug geschickt worden. Danach war das Eis gebrochen und das Leben in Taunton School konnte beginnen.

Für wen ist Taunton School geeignet?
Diese Schule eignet sich auf jeden Fall für neugierige Schülerinnen und Schüler, die sich in einem internationalen Umfeld wohl fühlen, sich im sportlichen und kreativen Bereich ausprobieren wollen und Lust auf ein gutes Programm haben.
Auch diejenigen, die noch etwas mit der Sprache kämpfen, bekommen hier gute Unterstützung. Dafür ist der internationale TIS-Campus und seine kleinen Klassen definitiv ein Pluspunkt.
Zudem empfehlen wir Taunton School gern als gutes Internat für einen kürzeren Aufenthalt.
