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King’s College Taunton: aufgeweckt und fürsorglich

A brunette women with glasses in a black blouse is smiling into the camera Von Nina Slattery

Einer unserer letzten Besuche führte uns weit in den Südwesten Englands bis nach Somerset zum King’s College Taunton.

Schon beim ersten Gespräch mit dem Admissions-Team, allen voran mit der aufgeschlossenen Leiterin Catherine Sully, wurde deutlich, dass hier einiges ein wenig anders gedacht wird: One-Term-Aufenthalte sind ausdrücklich willkommen und nicht selten ändern die Schüler schon nach wenigen Wochen ihre Pläne und wollen verlängern. Das liegt sicherlich nicht zuletzt an der fürsorglichen Betreuung, die wir selbst erfahren durften, als wir aus dem Regen mit einem heißen Tee willkommen geheißen wurden. Ein vielversprechender Auftakt.

Tour voller Energie

Unsere drei aufgeweckten Tourguides aus der Lower Sixth – Jasmin, Alicia und Peter – begegneten uns offen, freundlich und ausgesprochen gesprächig. Sie führten uns über den Campus, durch das neue Sixth Form Centre und das Design and Technology Department und teilten persönliche Einblicke und ihre Begeisterung für Cricket mit uns. Man merkte ihnen an, wie wohl sie sich hier fühlen.

Wir sprachen mit der ebenso herzlichen wie energiegeladenen Hausmutter Harriett Agg-Manning und besuchten ihr Mädchenhaus „Taylor“, bevor uns Direktor Michael Sloan erklärte, worin sich die Schule von großen Internaten wie dem Brighton College unterscheidet. Ein Besuch mit Hausvater Tom Candler im Jungenhaus „Bishop Fox“ rundete das Bild ab. Er erklärte uns, welche Rolle Fahrräder für das Wohlbefinden seiner Schüler spielen.

Mehr als Zahlen

Was uns besonders auffiel: King’s College Taunton lässt sich nicht einfach an Zahlen messen. Trotz einer vergleichsweise kleinen Zahl an Vollzeit-Internatsschülern ist die Schule von Montag bis Sonntag umtriebig. Woran das liegt, und warum das Zusammenspiel von Tages- und Internatsschülern hier so gut funktioniert, hat uns neugierig gemacht. Kommen Sie mit auf unsere Tour und finden Sie es heraus.

Die Lage 

Taunton mit seinen rund 59.000 Einwohnern liegt mitten in Somerset, eingebettet in eine grüne Hügellandschaft im Südwesten Englands. Die Marktstadt am River Tone verbindet ländliche Abgeschiedenheit mit einer recht guten Anbindung: Bristol und sein internationaler Flughafen sind nur etwa eine Stunde entfernt, aber Achtung: nicht jeder große deutsche Flughafen fliegt Bristol an. Verlässlicher ist Heathrow Airport, von dem man in gut zweieinhalb Stunden an der Schule ist oder per Zug ab London Paddington in eindreiviertel Stunden.

Bei unserer Ankunft am Bahnhof setzte Regen ein und wir würden jedem empfehlen: Sollten Sie mit dem Zug kommen, nehmen Sie sich ein Taxi, anstatt zum Kings College zu laufen. Der Weg vom Bahnhof ist nicht sonderlich reizvoll. Aber welche Stadt ist das schon in Bahnhofnähe? Doch Taunton sei eine sichere Stadt, versicherte uns Catherine Sully. Sonst würde es das Internat auch nicht erlauben, dass man bereits ab 13 Jahren mit Freunden in die Innenstadt läuft. In ein paar Minuten ist man dort, mit Cafés, kleinen Läden und genau der Abwechslung, die man als Internatsschüler zwischendurch sucht. Verlaufen? Unwahrscheinlich. Der markante Turm der St. Mary Magdalene Kirche mit seinen 48 Metern Höhe ist ein verlässlicher Orientierungspunkt über den Dächern der Stadt.

Tradition trifft Pragmatismus

Kings College Taunton wurde 1880 erbaut und selbst im Regen wirkte das altehrwürdige Hauptgebäude beeindruckend. Hinter den großen Türen erwartete uns eine einladende Welt. Ein großes Panorama-Fenster öffnete den Blick auf das Cricketfeld, eingerahmt von Boarding Houses und Schulgebäuden. Nicht alle sind klassisch britisch, einige pragmatische Gebäude aus den 70er Jahren versprühen etwas weniger Charme. Aber da die Atmosphäre außerordentlich freundlich und zuvorkommend ist, fällt die Architektur weniger auf – im Gegenteil. Der pragmatische Baustil kommt dem Leben in den Boarding Houses sogar entgegen.

Kreativität mit Substanz

Bei unserem Rundgang über den Campus führten unsere Guides uns zunächst zu den Werkstätten des Design & Technology Departments. „I love DT!“, schwärmte Jasmin und zeigte uns die Ergebnisse vieler kreativer Stunden Arbeit zum Thema Holz: kunstvolle Vogelhäuser, fein gearbeitete Lampen, liebevoll gestaltete Spielbretter. An den Wänden hingen ein Dutzend Auszeichnungen für das renommierte Arkwright Engineering Scholarship, ein angesehenes Programm, das gezielt besonders talentierte junge Ingenieure fördert. Anerkannt wird es von führenden Unternehmen wie Rolls-Royce und Microsoft Research und die Schule unterstützt ihre Schüler dabei, in diesem Stipendienprogramm angenommen zu werden.

Offen, lebendig, vernetzt

Im Sixth Form Centre erwartete uns mit dem lichtdurchfluteten Café Nisbet eine offene und freundliche Atmosphäre. Hier, wo die Oberstufenschüler ihre Freizeit und Pausen verbringen, hat man immer das Gefühl, in ein Business-Meeting zu platzen. Dunkle Outfits, Kaffeebecher in der Hand, Gespräche auf Sofas und in Sitzecken. Uns fiel der höfliche Umgang miteinander auf und einige freundliche, neugierige Blicke.  Selbst ein „Thank you!“ gehört hier zum guten Ton, als Peter für einen Mitschüler ganz selbstverständlich die Tür aufhielt. Vielleicht liegt es an den „nur“ 390 Sekundarschülern. Jeder kennt jeden und britische, internationale, Tages- und Internatsschüler sind gut durchmischt. Peters Freundeskreis besteht aus deutschen, italienischen und englischen Mitschülern.

Nach dem Sixth Form Centre warfen wir einen kurzen Blick in das Silvermead Arts Buildings mit seinen vier Etagen, einem lichtdurchfluteten Bau mit großzügigen Studios und sehenswerten künstlerischen Arbeiten.

Wellbeing: Mehr als nur ein Schlagwort

In einem Flur stießen wir auf eine ungewöhnliche Einrichtung: einen sogenannten „Headspace Pod“, ein meditationsähnliches „Fass“, in das man sich (so wie Diogenes) für ein paar Minuten zurückziehen kann. Ein Zitat von Father Mark erinnert daran, wie wichtig es ist, freundlich mit sich selbst umzugehen und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Peter erzählte, dass dieser Ruheort tatsächlich gut genutzt werde. Ein kleines Detail, das aber viel über die Haltung einer Schule verrät: „Wellbeing“ - das Wohlbefinden der Schüler - wird sehr ernst genommen.

Und wir sehen es nicht nur am Kings College: Viele Schulen haben bereits seit Jahren erkannt, wie wichtig das mentale Wohlbefinden ist und schulen dementsprechend ihr Personal, bieten Rückzugsorte an, stehen für Gespräche zur Verfügung und halten engen Kontakt mit den Eltern.

Gemeinschaftsgefühl

In der modernen Kapelle, zu der uns unsere Guides brachten, werden zweimal pro Woche „Assemblies“ abgehalten. Mittwochs ist Messe. „Wenn wir zusammen singen, singt jeder in seiner eigenen Sprache. Das klingt wirklich toll“, erzählt Jasmin. „Der Schulpfarrer ist richtig gut. Letztens hat er davon gesprochen, dass Gott wie WiFi ist – irgendwie überall.“

Sport und Bewegung

Danach ging es zu einigen Sporteinrichtungen, allen voran die Cricket-Halle, in der gerade trainiert wurde. Darüber hinaus hat die Schule Tennisplätze, eine Kletterwand, Sport- und Squashhallen und ein Schwimmbad. Die Flutlicht beleuchteten Kunstrasenplätze werden als offizielles England-Hockey-Leistungszentrum genutzt. Ein eigenes Reitzentrum bietet zudem den pferdebegeisterten Schülerinnen und Schülern das passende Umfeld.

Essen & Alltag

Zum Abschluss unserer Tour luden uns die Damen vom Admissions-Team zum Mittagessen in den neogotischen Speisesaal ein, der mit Holzbalken, hohen Decken und Wappenschildern an die traditionsreichen „Great Halls“ englischer Colleges erinnerte. Gegessen wurde klassisch an langen Tischen und Holzbänken, die sich Lehrer und Schüler teilten. Und das Essen selbst? Die Auswahl war vielfältig und einigen aus unserem Team schmeckte es gut, andere hatten die Sauce vergessen.

Alles in allem ist Kings College Taunton eine gut überschaubare Schule: mit seinen Außenbereichen und Boardinghäusern ist sie groß genug für das „klassische“ Internatsgefühl und gleichzeitig fühlt man sich hier gut aufgehoben.

Was – wir denken – Kings College so besonders macht:

Was uns am Kings College Taunton besonders gefallen hat, ist die spürbar familiäre und zugleich lebendige Atmosphäre. Die Schule fühlt sich wie eine in sich geschlossene Gemeinschaft an, in der man schnell ankommt und die getragen wird von engagierten und beeindruckend präsenten Internatseltern.

Das enge Zusammenspiel von Tages- und Internatsschülern sorgt für ein durchgehend pulsierendes Schulleben. Auch Kinder, die nur kurz hier sind, finden schnell Anschluss und werden selbstverständlich Teil der Gemeinschaft.

Ein großer Pluspunkt ist die Flexibilität im Internatsalltag: Exeat-Wochenenden sind optional und daher bleiben viele Schülerinnen und Schüler vor Ort. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, gerade für internationale Familien.

Abgerundet wird das Angebot durch ein gutes und umfangreiches Sportprogramm und die ganzjährig verfügbaren Sportmöglichkeiten beim Tennis und Reiten. Das gut ausgestattete Reitzentrum dient auch als Wellbeing Ort, der Schülerinnen und Schüler anzieht, die einfach mal eine Stunde abschalten wollen.

Das Akademische

Mit aktuellen Ergebnissen von 51 % in den GCSEs auf die Noten 9–7 sowie 63 % A*–B in den A-Levels, liegt das King’s College über dem akademischen Mittelfeld in Großbritannien und ist damit eine solide akademische Schule, ohne übertriebenen akademischen Anspruch. Das Fächerangebot ist breit: 24 A-Level-Fächer, mit Schwerpunkten in Chemie, Economics und Mathematik. Anspruchsvoll wird es vor allem für diejenigen, die „Higher Level Maths“ für die letzten zwei Jahre wählen: „Das ist wirklich nur was für richtige Mathe-Freaks“, sagt Catherine Sully. Für alle anderen gibt es Lower Level Maths, Naturwissenschaften (mit state-of-the-art Laboren) sowie Humanities, Psychologie, Musik, Drama oder Kunst. Einige Kunstschüler wechseln nach den A-Levels an renommierte Kunsthochschulen; besonders stark sind Fine Art, Fotografie und Textil.

Am Samstagmorgen ist Unterricht, wodurch das Wochenende strukturierter und der restliche Wochenplan entzerrt wird.

Kleine Klassen, große Wirkung

In einigen Fächern profitieren die Schülerinnen und Schüler zudem von kleinen Kursgrößen. Unser Tourguide Peter hat Deutsch gewählt und mit nur zwei (!) Mitschülern kämpft er sich durch die deutsche Grammatik. „Meine Eltern sprechen beide Deutsch, deshalb wollte ich es auch lernen“, erzählt er gelassen.

Unterstützung für internationale Schüler

Wer hingegen aus dem Ausland kommt und im Englischen sprachlich Unterstützung braucht, kann EAL (English as an Additional Language) belegen. „Doch die meisten Deutschen kommen bereits mit sehr guten Englischkenntnissen hierher“, sagt Catherine Sully. Um von Anfang an ein gutes Selbstvertrauen und Sprachverständnis zu bekommen, könne man jedoch unabhängige Online-Kurse vor dem Internatsaufenthalt für ein paar Stunden belegen. Sully und ihr Team helfen dabei, das Passende zu organisieren.

Hinter dem Anspruch, den passenden Weg und die richtige Erziehung für die Schüler zu finden, steht nicht zuletzt Headmaster Michael Sloan, der den Vorteil einer kleineren Schule bewusst lebt. Nach Stationen an größeren Häusern wie dem Brighton College schätzt er vor allem die Nähe in der Gemeinschaft: „Hier kann ich mit jedem unserer Schüler sprechen, wir sehen die Fortschritte und wie das Selbstvertrauen wächst.“ Dass das keine leeren Worte sind, bestätigt auch Alicia, die seit ihrem elften Lebensjahr hier ist und es mag, dass der Direktor sie mit ihrem Namen ansprechen kann: „Hier geht niemand unter.“ Vielleicht steigt nicht jeder in akademische Spitzenregionen auf, aber dass die Schülerinnen und Schüler hier aufblühen sollen, ist Teil der Philosophie und eindeutig zu sehen.

„You can’t always be the superstar“

Gleichzeitig ist es Michael Sloan wichtig, dass seine Schüler lernen, ihren Platz in der Welt zu finden: „Alle, die hierherkommen, sind privilegiert. Und ich möchte, dass ihnen das bewusst ist. Sie sollen ebenso lernen, dass sie nicht immer der Superstar sein können.“ Stattdessen gehe es darum, Resilienz zu entwickeln, aber auch etwas an die Gemeinschaft zurückzugeben. So fand beispielsweise vor kurzem ein Musik-Workshop mit Grundschulkindern aus der Region statt, in dem neben dem großzügigen Angebot der Schule auch die Schülerinnen und Schüler am Kings College einen Weg fanden sich zu „grounden“ und sich ohne Anspruchsdenken zu jungen Erwachsenen zu entwickeln.

Blick nach vorn

Auf die Zeit nach der Schule wird am Kings College strategisch hingearbeitet. Über eine eigene Plattform erhalten die Schüler Zugang zu Mentoring, Praktika und Kontakten aus dem Alumni- und Elternkreis. Ergänzt wird dies durch eine Reihe externer Speaker, die an die Schule kommen. Ein solides Konzept mit Erfolg: Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler wechselt nach dem Abschluss an britische Universitäten der Russell Group (etwa nach Bristol, Bath, Durham, Exeter oder Liverpool). Andere folgen ihren Stärken in Musik, Drama oder Sport. Auch internationale Wege werden gewählt. Im letzten Jahr waren es vornehmlich Universitäten in den USA und Kanada. Mehrere entschieden sich für ein Medizinstudium.

Freizeit

Cricket, Rugby, Netball und Hockey gehören zu den starken Sportarten und ganz selbstverständlich zum Alltag am King’s College. Tennis kann man sogar das ganze Jahr trainieren. Ergänzt wird das Sportangebot durch Leichtathletik, Badminton, Basketball, Golf, Squash und Crossläufe sowie einem 25-Meter-Swimmingpool. Letzteren haben wir zwar nicht selbst gesehen, dessen Existenz wurde uns aber mehrfach versichert.

Cricket: Mehr als nur ein Spiel

Auch wenn es in Deutschland noch unbekannt ist, müssen wir hier eine Lanze für Cricket brechen: Wer ans Kings College geht, sollte sich bewusst sein, dass sich die Sonne hier um den Cricketball dreht. Alicia trainiert viermal die Woche und Jasmin ist ebenfalls ständig mit dem Schläger unterwegs. Aber wie sieht es mit den deutschsprachigen Schülern aus, die es wahrscheinlich noch nie gespielt haben? „Wir fragen jeden, ob er mitspielen will. Da kann man auch ein kompletter ‚Newbie‘ sein und einfach Spaß haben“, sagen die Mädchen. Im Endeffekt gehe es eben nicht immer nur um Leistung, sondern um das gemeinsame Erlebnis (auch wenn die Schule sich damit rühmt, einige hochkarätige Cricketspieler hervorgebracht zu haben).

Reiten und Outdoor-Erlebnisse

Ein weiteres Highlight ist das Reitangebot der Schule. Mit bis zu 16 Pferden – und der Möglichkeit, das eigene Pferd mitzubringen! – ist das „Equestrian Centre“ ein fester Bestandteil des Schullebens. Das Training findet mit maximal vier Schülern statt. In den Sommermonaten ist, dank der Nähe zum Taunton Vale Polo Club, sogar Polotraining möglich. Und natürlich besonders beliebt sind Ausritte durch Wald und Felder - Internatsabenteuer pur.

Musikalische Entfaltung

Jasmin erzählt uns, dass im Musik-Department die Türen immer offenstehen. Hier kann man in 17 verschiedenen Instrumenten (einschließlich Gesang) sein musikalisches Können verfeinern. Rund ein Viertel der Schüler nutzt das Angebot. Besonders stark sind die Blechbläser und die Auftritte der Jazzband. Darüber hinaus gibt es alles von Rockbands über Chapel- und Kammerchöre bis hin zu einem Barbershop-Quartett. Im schuleigenen Tonstudio kommen die Technikbegeisterten auf ihre Kosten.

Abenteuer, Programme und Clubs

Besonders beliebt sind auch Programme wie Combined Cadet Forces (eine Art militärische Pfadfinder), Duke of Edinburgh (Abenteuer und Persönlichkeitsentwicklung), die zweitägige Ten-Tors-Wanderung sowie nationale und internationale Expeditionen. Dazu kommen unzählige Clubs – von Mountainbiking und Bogenschießen über Schach bis hin zum Surfen. Es gibt also mehr als genug zu tun.

Wochenenden: Entspannung und Ausflüge

Das Highlight am Wochenende ist der Sunday Brunch. Besonders wichtig sei, dass man vorher lange ausschlafen könne, sagt Alicia. Danach geht es in die Stadt oder es werden Ausflüge nach Bath und Exeter angeboten. „Aber ich bin am Sonntag auch einfach total gern an der Schule“, so Alicia, Ausruhen, Frühstück und Sport seien genau richtig.

Digitale Balance

Beim Thema Smartphone gibt es klar gestaffelte Regeln: In der Lower School müssen Schüler ihre Handys werktags vor 8:20 Uhr abgeben, bekommen sie um 16:15 Uhr zurück und geben sie für “Prep-Time” (Hausaufgabenzeit) sowie über Nacht wieder ab. Samstags dürfen sie ihre Handys nach der dritten Unterrichtsstunde abholen. In der Sixth Form dürfen die Schüler ihre Handys zwar bei sich tragen, müssen sich aber an die „Invisibility Policy“ halten und dürfen im Schulalltag sowie in Gemeinschaftsräumen und bei House-Events nicht genutzt werden.

Das Boarding

Vielleicht sollte man dieses Kapitel mit einem Kommentar von Tagesschülerin Jasmin beginnen: „Alle meine Freunde sind Boarder“. Für ungeübte Ohren ein eher zu vernachlässigender Satz, doch für uns sehr interessant: Dass die Integration von Internatsschülern und Tagesschülern so gut funktioniert, führt zu einer Atmosphäre, in der die Schulgemeinschaft sehr harmonisch miteinander umgeht. Es gibt nicht getrennte Gruppen, sondern ein umfassendes Gemeinschaftsgefühl für die gesamte Community. Die Schule fördert dies, indem die Tagesschüler einmal pro Woche an der Schule übernachten dürfen. Das ist nicht an jedem Internat so. Besonders vor großen Veranstaltungen am Wochenende sind die Boardinghäuser voll und es fühlt sich an wie eine große Übernachtungsparty. Klar, dass man da schnell Freunde findet.

Taylor House: Herzlichkeit zählt

Kings College Taunton verfügt über drei Mädchen- und drei Jungenhäuser. Alle Häuser liegen nah beieinander. Das Mädchenhaus „Taylor“ ist eng und verwinkelt, der Aufenthaltsraum wirkt ein bisschen müde, und die kleine Küche wird hauptsächlich mittwochs genutzt, wenn nach einem Stadtbesuch der Kühlschrank mit Essen aufgefüllt wird. Gut, es ist nicht so, dass es nichts zu essen gibt an der Schule. Aber wir verstehen, wenn man sich etwas Abwechslung nach Hause mitbringt. Und dennoch: 

Ankommen durch kleine Dinge

Die Energie von Housemother Harriet ist ansteckend und die Fürsorge für ihre Schützlinge - 23 Boarders (darunter zurzeit neun Deutsche) und 27 Tagesschülerinnen - ist sehr warmherzig. Sie kennt ihre Mädchen und ihre Gewohnheiten. Am Anfang eines jeden Schuljahres geht Harriet mit ihren Schülerinnen auf Shoppingtour. „Die Mädchen lieben es, ihre Räume individuell zu gestalten“, so die Hausmutter. Es sind diese kleinen Dinge, die helfen, anzukommen. Darüber hinaus sind es die Hausevents, wie beispielsweise das House Singing, die jeden schnell ankommen lassen. „Als wir dafür geübt haben, sind sofort Freundschaften entstanden“, sagt Jasmin.

Lage, Leben, Leichtigkeit

Ein Vorteil des Hauses „Taylor“ ist sicherlich sein Standort: Hier hat man einen perfekten Blick auf den Campus und bekommt alles mit - vom Gossip bis zum nächsten Sportevent. „Außerdem ist die Lage ideal, weil die Mädchen zwischendurch hierherkommen, sich umziehen, Sachen wechseln und dann wieder losgehen. Es ist immer sehr lebendig.“

Ab der Upper Sixth hat man seine eigenen vier Wände, in der Lower Sixth teilt man sich einen Raum mit einer Zimmernachbarin In den unteren Jahrgängen schläft man zu dritt oder zu viert in einem Zimmer und hat dadurch immer Anschluss. Waschbecken auf den Zimmern lassen Raum, um sich morgens ohne Drängeln fertig zu machen. Man merkt es Harriet an, dass sie uns gern „mehr“ zeigen würde und lieber ein bisschen stolzer auf die Ausstattung wäre, aber die neuen Möbel seien unterwegs und alle Häuser würden gerade nach und nach neu ausgestattet.  

Bishop Fox: Ein Haus im Wandel

Danach besuchten wir das Jungenhaus „Bishop Fox“, das von Hausvater Tom Candler geleitet wird und in dem 79 Jungen, darunter eine Handvoll deutschsprachige Schüler, wohnen. Hier sieht man bereits, dass die Modernisierung angefangen hat. Doch was viel wesentlicher ist als die Renovierung im Außen, ist die Entwicklung im Inneren. „Wir kennen es alle: Jungen reden nicht viel.“ So erlebte Tom noch vor ein paar Jahren das Zusammenleben als er hier als Hausvater begann. Doch seitdem hat er viel Energie und Zeit in seine Jungs investiert: „Inzwischen reden wir viel mehr und ich versuche, viel zuzuhören.“ Auf einem Wandplakat werden die Schüler motiviert, miteinander zu sprechen und sich wahrzunehmen: „Spot a bro who is feeling low“ oder „Have a convo save a bro“. Mit Fragen wird Bewusstsein geschaffen: Hat die Sportskanone ein Training verpasst? Ist der Lauteste aus der Gruppe plötzlich still?

Gesprächskultur & Zusammenhalt

In regelmäßigen Abständen werden die Schüler online nach ihrem Befinden befragt. Dieses Tracking erlaubt es Tom, dass man nicht nur die schlechten Zeiten sieht, sondern diese abwägen kann gegen die guten Zeiten. „Wir machen alles, damit sich die Schüler hier wohlfühlen. Wir tauschen beispielsweise Zimmer oder Bettnachbarn.“

„Happy Place“

Der Common Room, der über den kleinen Hinterhof erreichbar ist, ist der coolste Raum von allen: Hier kann man auf großen Sofas abhängen und Fernsehen schauen. „Und alle kommen, wenn ich sage, dass es was zu essen gibt.“ Das funktioniere immer, lacht Tom. Hier gehe es auch darum, den Happy Place eines jeden einzelnen herauszufinden, also den Ort, an dem jeder sich wohlfühlt. „Für mich ist es das Radfahren oder das Reparieren von Fahrrädern. Manchmal lade ich die Jungen dazu ein, mitzumachen. Aber unterm Strich muss jeder seinen eigenen Happy Place finden“, erklärt er. Dafür motiviert er sie, Dinge auszuprobieren und dranzubleiben. Marcus beispielsweise sei ein Tausendsasser und mache gerade bei „Masterchef“ mit, wo er gegen andere Schüler in einem Koch-Wettbewerb antrete. Es gebe nie einen langweiligen Moment im „Bishop Fox“ und dass Marcus in seinem Zimmer eine Dunkelkammer einrichten wollte, wurde sanft von Tom umgeleitet – schließlich habe man eine professionelle Dunkelkammer an der Schule. Man merkt, dass Tom ein Vollblut-Hausvater ist. Dass er neben seinem Job auch noch Wirtschaft unterrichtet, ist für uns fast übermenschlich und zeigt einmal mehr, dass dieser Beruf mehr eine Berufung ist. Respekt!

Für wen – denken wir – eignet sich Kings College Taunton?

Aus unserer Sicht ist es eine ideale Schule für Schülerinnen und Schüler, die an einem umtriebigen Internatsleben teilnehmen wollen. Selbst wer vielleicht ein bisschen introvertiert ist, wird hier durch die ausbalancierte und freundliche Schülerschaft und durch die fürsorglichen Internatseltern schnell ankommen. Wir empfehlen daher die Schule auch sehr gern Kindern, die nur für einen kurzen Aufenthalt nach England kommen wollen. 

Pferdebegeisterte sollten diese Schule auf jeden Fall in Erwägung ziehen!

30 Jahre Erfahrung bei der Vermittlung britischer Internate

Seit über 30 Jahren begleiten wir Familien bei der Wahl des richtigen britischen Internats. Damit gehören wir zu den ersten und wenigen Agenturen, die sich ausschließlich auf dieses Feld spezialisiert haben. Unsere Erfahrung macht den Unterschied.

Warum das wichtig ist, erfahren Sie hier.

Warum von Bülow

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