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Britische Internate im Profil: Charterhouse – wenn Tradition auf Zukunft trifft

A brunette women with glasses in a black blouse is smiling into the camera Von Nina Slattery

Einer unserer letzten Schulbesuche führte uns nach Charterhouse, das eindeutig eine Kaderschmiede fürs Akademische ist und nicht selten mit Eton, Wellington und Sevenoaks in einem Atemzug genannt wird.

Als eine der Top IB-Schulen in der Nähe Londons war es für uns natürlich ein „No-brainer", mal wieder einen Abstecher hierher zu machen. Schließlich arbeiten wir seit über 20 Jahren sehr gern mit Charterhouse zusammen. Außerdem hat sich in der letzten Zeit auch einiges geändert und seit ein paar Jahren ist die Schule nun komplett co-ed. Das heißt, dass nun auch Mädchen ab der Mittelstufe aufgenommen werden. Was das für die Dynamik der Schule bedeutet, wollten wir ebenfalls herausfinden.

Unsere Tourguides bei diesem Besuch waren Anna aus Düsseldorf und Elia aus London. Zwei Oberstufenschüler, die uns sehr beeindruckten. Elia, weil er bereits in dritter Generation in Charterhouse lernt und damit in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters tritt. Und Anna, weil sie nach nur knapp zwei Monaten an der Schule unsere Tour erstaunlich souverän leitete.

Gemischte Schule mit IB

Zudem trafen wir die IB-Koordinatoren Simon und Catherine, um über die Entwicklung des internationalen Zweigs zu sprechen. Und abschließend begleitete uns Sarah vom Admissions Team bis zum äußersten Ende des Geländes, um uns Internatshäuser und das Sportzentrum zu zeigen. 

Denn selbst wenn das Internat als akademisches Powerhouse gilt, hat es darüber hinaus noch ein umfangreiches außerschulisches Programm zu bieten, von Musik, Theater und Sport bis hin zu einer Vielzahl an Clubs. Und hatten wir schon den Fußball erwähnt? Der spielt hier eine große Rolle. Nicht zuletzt, weil hier echte Fußballgeschichte geschrieben wurde, sondern auch, weil die vielen Fußballfelder auf unserem Rundgang ein klares Zeichen dafür sind, womit viele Schüler hier am liebsten ihre Freizeit verbringen.  

Für Sie, verehrte Leserinnen und Leser, haben wir locker 10.000 Schritte an diesem Tag zurückgelegt, nicht zuletzt wegen der Fußballfelder! Sie dürfen dafür jetzt ihre Füße hochlegen und einfach mitkommen auf unsere Tour nach Charterhouse.

Die Lage

Charterhouse ist nur einen Katzensprung von London entfernt. Von Godalming, dem malerischen und historischen Marktstädtchen, an dessen Ausläufern die Schule liegt, fährt ein Direktzug in einer Stunde ins Zentrum von London. Nicht nur für die Schüler ist es ein Vorteil, so nah am kulturellen Leben der Hauptstadt zu sein. Es macht die Schule auch attraktiv für hervorragende Lehrkräfte.

Da Charterhouse stolze 45 Nationalitäten unter seinen rund 1.000 Schülerinnen und Schülern zählt, wundert es nicht, dass ein Viertel von ihnen über die Flughäfen Gatwick und Heathrow einfliegt. Wer dort landet, kann in rund 45 Minuten an der Schule sein. Das ist definitiv ein Pluspunkt.

Ganz klar: Hogwarts-Faktor!

Trotz der hervorragenden Anbindung ist Charterhouse eine Welt für sich, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick eröffnet. Gesäumt von Fußballfeldern, Rasenflächen und Alleen werden wir zunächst in einem dezenten Flachbau empfangen. Die über 400 Jahre alte Schulgeschichte und das 100 Hektar große Gelände präsentieren sich erst, als Anna und Elia uns um das Gebäude herumführen.  Und als in unserem Team ein kurzes “Oh!” zu hören ist, ist klar, dass Charterhouse eine Schule mit „Hogwarts-Faktor“ ist!

Altehrwürdige Gebäude mit Bogengängen und Innenhöfen, einem imposanten Glockenturm und der überaus beeindruckenden 100-jährigen Memorial Chapel liegen eng aneinander geschmiegt in weitläufigen Park- und Sportanlagen. Dreimal in der Woche kommt in der Kapelle die gesamte Oberstufe zusammen. “Wir hören hier Vorträge über die unterschiedlichsten Themen, wie beispielsweise zu mentaler Gesundheit oder zum Tag des Kaffees“, sagt Anna und nachdem sie unser Stirnrunzeln sieht, ergänzt sie, „Schließlich ist nicht immer alles super ernst hier an der Schule!“

 

1611 in London gegründet und seit 1872 nach Godalming aus Platzgründen verlegt, könnte man meinen, dass die Zeit hier stehen geblieben ist. Doch weit gefehlt! Charterhouse ist alles andere als steif, verstaubt und traditionell. Tradition bedeutet hier nicht Stillstand. Erst kürzlich wurde ein neuer Kunstflügel eröffnet, und die jüngsten zwei Internatshäuser sind ebenfalls erst ein paar Jahre alt und verbinden einen pragmatisch modernen Stil mit Gemütlichkeit.

Modernster Klassenraum 

Mit Anna und Elia laufen wir zu „The Hub“, einem modernen Bau, in dem neben großen Sofalandschaften und interaktiven Whiteboards auch der wohl modernste Klassenraum liegt, den wir bisher auf unseren Schultouren gesehen haben: Es ist gerade Unterricht und jeder Schüler sitzt in einem gemütlichen Drehsessel und auf den integrierten Tischchen liegen Ipads. Am Whiteboard wird Wirtschaftslehre erklärt.

Es sind diese Details und Investitionen in die Zukunft, die eine Atmosphäre schaffen, in der Lernen angenehm und gewünscht ist. Das sehen wir auch in der Bibliothek, die gemütlich eingerichtet und gut besucht ist. Doch ehrlicherweise sind hier nicht ausschließlich akademische Gründe für die gute Auslastung verantwortlich: „Die am weitesten entfernten Boardinghauses liegen 15 Minuten von hier zu Fuß. Da verbringen einige die Freistunden lieber hier“, bemerkt Anna. 

Zwischen Pool und Golfplatz

Zwischen dem Hauptcampus und einem Block mit elf Boardinghouses (insgesamt gibt es 15!) liegt ein Großteil der 82 Sportanlagen mit Sportfeldern für Fußball, Cricket und Co. Hinter den Boardinghouses geht es nochmal weiter und hier erstrecken sich Tennis- und Outdoorplätze sowie der Golfplatz. Als wir ins „Queen’s Sport Centre“ mit großer Sporthalle, einem Kletterbereich und 25 Meter Pool hineinschauen, wird es gerade spannend und die acht Schwimmerinnen werden lautstark von der Tribüne angefeuert.

Der weitläufige Campus ist sicher und die Schüler, die uns in großen Gruppen begegnen, scheinen keine Probleme mit den Distanzen zu haben. Das einzige, was man in Charterhouse nicht tun sollte, ist, seine Tasche in seinem Haus zu vergessen.

Was Charterhouse für uns zu etwas Besonderem macht

Charterhouse hat sich in den vergangenen acht Jahren unter seinem Headmaster Dr. Alex Peterken verändert: Der Schwerpunkt liegt immer noch auf dem Akademischen und inzwischen ist auch wieder das IB verstärkt in den Fokus gerückt und die Schule kann eine ordentliche Kohorte aufweisen. Zudem sind die Hauptsportarten auf jeden Fall immer noch Fußball, Cricket und Hockey, doch darüber hinaus gibt es nun 40% Mädchen und der Anteil steigt. Sicherlich ein Grund, warum neben dem umfangreichen Sportangebot auch der Kreativ- und Musikbereich stärker geworden ist.

Charterhouse ist und bleibt weiterhin ein Schwergewicht unter den Elite-Internaten und durch die Größe seiner Schülerschaft kann es ein umfangreiches Angebot im Akademischen und Außerschulischen anbieten, das kleinere Internate so nicht auf die Beine stellen können.

Ein weiterer Pluspunkt von Charterhouse ist sicherlich auch, dass es den Spagat zwischen altehrwürdiger Tradition und zukunftsorientiertem Denken besonders gut meistert.

Gleichzeitig weiß man hier um seinen Wert und stellt den eigenen Ruf nicht unter den Scheffel. Es ist eine Schule von Format, die sich im Prozess der Wandlung befindet.

Das Akademische

Charterhouse ist ohne Zweifel eine der akademisch anspruchsvollsten Schulen im Land und das sieht man nicht nur an den Lehrplänen, sondern auch an den Ergebnissen. 2025 erzielten über 75% der Schüler im GCSE-Bereich Noten von 7 bis 9. Bei den A-Levels waren es 54% A/A*, insgesamt 83% A–B*. Und im IB-Diplom erreichten die Schüler im Schnitt 37 Punkte: 6.5 Punkte über dem globalen Durchschnitt!

Das sind beeindruckende Zahlen, aber sie erzählen nur die halbe Wahrheit. Denn hinter diesen Ergebnissen steckt ein Klima, das Leistung mit Gemeinschaft verbindet. Als wir an einem Klassenraum vorbeikommen, in dem nur drei Schüler Mandarin lernen, bemerkt Anna, dass in ihrem Deutschkurs ebenfalls nur drei Schüler säßen. Das führe zu einer intensiven Arbeitsatmosphäre, die aber nicht auslauge, da die Lehrer über Ressourcen und Zeit verfügten, um mit den Schülern zu arbeiten und sie zu unterstützen. Anders als in Deutschland sei Schule hier „fun“.

Von Sportwissenschaften bis Philosophie

Die Auswahlmöglichkeiten nach den GCSEs sind breit gefächert und Charterhouse zeigt keinerlei Berührungsängste, wenn es um weniger traditionelle Fächer geht. Neu im Programm sind Psychologie und Sportwissenschaften. In der Statistik dominieren Mathematik und Wirtschaft, aber auch Englisch, Naturwissenschaften und Geschichte sind sehr beliebt. Kleinere Fächer wie Kunst, Latein oder Klassische Zivilisation erzielen überdurchschnittlich viele Spitzennoten. Und selbst Philosophie erlebt einen Boom, befeuert durch das wachsende Interesse an den ethischen Fragen rund um Technologie.

Etwa ein Fünftel der Schüler entscheidet sich für das IB, Tendenz steigend. Die IB-Koordinatoren Catherine und Simon sind zufrieden, mit 38 und 39 Schülern in den aktuellen Jahrgängen haben sie ausreichend große Gruppen in den Abschlussjahren. Sprachen wie Französisch, Spanisch und Deutsch sind auf A-Level-Niveau eher klein, schneiden im IB hingegen gut ab. Zusätzlich wird Italienisch und Mandarin angeboten.

Wer im Unterricht zwischendurch nicht mitkommt, kann eine der vielen “Clinics” nutzen: Dort haben Schüler bereits vor Schulbeginn am Morgen die Möglichkeit, mit den Lehrern über ihre fachlichen Fragen und Probleme zu sprechen. Das kann eine Gruppe von vier, fünf Schülern aus den Bereichen IB und A-Levels sein, die zusammenkommen und mit dem Mathelehrer Verständnisfragen durchgehen. Wem das nicht reicht, der geht nach Absprache nochmals am Nachmittag hin und lässt sich auch die letzten offenen Fragen beantworten. Das Nachhilfesystem wird hier als integrativer Teil gesehen und es ist ausdrücklich erwünscht, dass sich Schüler Hilfe suchen. 

Zwischen all der Struktur und dem ernsthaften Lernen findet man etwas, das man nicht messen kann: Begeisterung. „Sogar der Mathelehrer ist amazing!“, sagt Anna.

The 99 Challenge

Das Akademische wird nicht nur im Klassenraum gefördert. Als wir die Bibliothek besuchen, sehen wir Werbung für „The 99“, die jährliche Buch-Challenge: Wer es schafft, 99 Bücher aus einem vorgegebenen Kanon innerhalb eines Jahres zu lesen, der erhält eine Reading Needle, die man stolz am Revers der Schuluniform trägt. 

Gleichwohl weiß man hier auch, dass selbst die klassische Bildung an einem Top-Internat wie Charterhouse kein Garant für einen sicheren, gut bezahlten Job ist. Praktische Fähigkeiten wie Unternehmertum seien ebenso entscheidend, heißt es seitens der Schulleitung. Wenn die Schüler ihre Fächer für die Sixth Form wählen, reflektieren sie daher auch, welche Kompetenzen sie persönlich weiterentwickeln möchten. Und hier setzt das schuleigene FutureU-Programm an.

Zukunft mit großem U

FutureU vermittelt gezielt Lebens- und Zukunftskompetenzen: von Zeitmanagement, Selbstreflexion und Stressbewältigung bis hin zu Networking, Financial Literacy und Personal Branding. Dieser Ansatz durchzieht den gesamten Schulalltag vom Unterricht über außerschulische Aktivitäten bis hin zur individuellen Betreuung. So lernen die Schüler, Verantwortung zu übernehmen, Stärken zu nutzen und mit Offenheit und Mut ihren eigenen Weg zu gehen.

Nach dem Abschluss zieht es die meisten Charterhouse-Schüler an renommierte Universitäten im In- und Ausland. Die Mehrheit bleibt im Vereinigten Königreich. Besonders beliebt ist die University of Exeter, gefolgt von UCL, Durham, Newcastle, King’s College London und Edinburgh. Sechs Schüler erhielten 2025 ein Angebot von Oxford und Cambridge, drei begannen ein Medizinstudium. Rund 30 Absolventen zog es an Spitzenuniversitäten ins Ausland, unter anderem nach Kanada, den USA sowie an europäische Spitzenunis.

Das Netzwerk aus über 4.000 Alumni ist darüber hinaus ein starker Rückhalt und für Studium und Karriere ein echter Vorteil, wenn die nächsten Schritte nach der Schulzeit anstehen.

Leben nach dem Unterricht

Kommen wir zum Freizeitprogramm. Wie bereits erwähnt, gibt sich Charterhouse größte Mühe, seinem Ruf als Powerhouse auch im außerschulischen Bereich nachzukommen und schafft das aus unserer Sicht auf ganzer Ebene.

Starten wir zunächst mit Musik, Tanz und Theater und den Namen der ehemaligen Schüler Peter Gabriel und Ralph Vaughan Williams, die eigentlich alles über die musikalische Bandbreite sagen, die Charterhouse ermöglicht: Während Ralph Vaughan Williams seit Anfang des 20. Jahrhunderts Opern, Ballette, Kammermusik, weltliche und geistliche Vokalwerke sowie Orchesterkompositionen komponierte, gründete sich die Popband Genesis um Peter Gabriel direkt an der Schule. Und diese Vielfalt ist bis heute vorhanden:  In 1.100 Musikstunden pro Jahr engagiert sich rund die Hälfte aller Schüler. Der Chapel Choir ist eine feste Institution, und viele Schüler finden ihre Stimme in Orchestern und Jazzbands, in A-cappella-Gruppen, Chören und Kammermusik. Viele sind zusätzlich aktiv im beliebten House Singing. Dafür stehen in den meisten Häusern Klaviere und eigene Musikräume zur Verfügung.

Produktionen wie am Londoner West End

Wer in Charterhouse lebt, kennt zudem die BTT-Produktionen, die schuleigenen Theater- und Musicalaufführungen im Ben Travers Theatre. Mit Performance Director Dean Chisnall, der im Londoner Westend 2025 die Hauptrolle im Phantom der Oper spielt, sind die Performing Arts mehr als beliebt. Und es überrascht nicht, dass die Ankündigungen der kommenden BTT-Productions sich anhören wie das Westend selbst: Von „Frozen“, über das Queen Musical „We will rock you“, bis zum Theaterstück „Curious incident of the dog in the night-time“ ist alles dabei. Mit der Produktion „The Addams Family“ wurde das gesamte Team für das „Best Musical 2025“ der Nationalen Schultheater-Awards nominiert. „Häufig proben wir mit zwei Sets an Schülern, weil so viele mitmachen wollen“, kommentiert Sarah vom Admissions Team, als wir uns im BTT umschauen.

Tanzstipendien

Neben dem Theatersaal liegt ein nicht weniger beeindruckendes Tanzstudio mit einem spektakulären Blick in die Natur aus der komplett verglasten Fensterfront. Und auch hier scheint die Nähe zu London weitere Talente angezogen zu haben: Die neue Head of Dance kommt ebenfalls aus dem Westend und unterrichtet auf allen Levels, von Anfänger bis zu den Tanz-Stipendiaten. Das Tanz-Stipendium gibt es erst seit diesem Jahr. Hier sollte man in Zukunft ein Auge drauf haben.

Auch im Design- und Technology Department ist viel los und der freundliche Mr. Mellor sprüht vor Begeisterung über seinen Arbeitsbereich und zeigt uns das aktuelle Upcycling-Projekt: Aus geschredderten Milchflaschen hergestellte Seifenteller. Nach der Produktion werden die Arbeiten aber nicht nur ausgestellt, sondern über die Gruppe der Unternehmer auf Veranstaltungen verkauft. “Wir versuchen den Schülerinnen und Schülern damit den gesamten Kreislauf eines Produkts zu vermitteln.”

Kommen wir aber zum Sport, der in Charterhouse eine große Rolle spielt. Die Hauptsportarten Fußball, Hockey, Tennis und Cricket für alle sowie Netball für die Mädchen wechseln je nach Trimester. Alles andere, was das Sportlerherz begehrt, läuft ganzjährig auf den 20 Rasenplätzen, (drei davon Kunstrasen), im Leichtathletikstadion, dem Sportzentrum mit Schwimmbad und Fitnessstudio, den 27 Tennisplätzen und auf dem 9-Loch-Golfplatz.

Fußballgeschichte

Fußball jedoch ist der Star unter den Sportarten. Nicht zuletzt, weil Charterhouse zu den Geburtsstätten des modernen Fußballs gehört. Ohne Charterhouse würden wir Fußball wahrscheinlich nicht so spielen, wie wir es heute kennen. 1863, als in London die Football Association gegründet wurde, saß der Charterhouse-Captain B. F. Hartshorne mit am Tisch. Einige der Regeln, die heute selbstverständlich sind – etwa Einwurf und die Abseitsregel – gehen direkt auf die Spielweise der Carthusians zurück. Wen wundert’s, dass die Schule ihre lange Sporttradition mit einem gewissen Stolz und sehr guten Teams pflegt. Darunter sind inzwischen auch einige Mädchenmannschaften, die sich einen Namen erspielt haben.

Ob auf Spitzenniveau oder nur zum Ausgleich nach der Schulbank, hier findet jeder ein Level, um sich auszupowern. Nach dem Motto: „Try everything and narrow it down to what is achievable“ werden die Schüler zum Schulstart ermutigt, verschiedene Sportarten zu testen und sich erst im Anschluss zu entscheiden.

Gründe deinen eigenen Club!

Darüber hinaus gibt es über 65 Clubs von Entrepreneurship bis Tiersektion. Elia hat letzteres gewählt und bereits eine Schildkröte zerlegt. Seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, war es nicht ganz so sein Ding, aber was auffällt: Die Schüler probieren Dinge aus, auch ungewöhnliche. Und wenn man für ein Thema besonders brennt, kann man ab der Sixth Form seinen eigenen Club gründen und andere dafür begeistern.

Veranstaltungen runden das Freizeitprogramm ab. Ob es die Charterhouse Talks & Lectures sind, zu denen ehemalige Schüler, Diplomaten und Wissenschaftler sprechen, oder das fünf Tage dauernde Artifex-Festival mit über 100 Events zu Kunst, Musik und Kreativität: „they inspire you“, ist Elia überzeugt.

Das Internatsleben

Charterhouse ist eine Full Boarding School. Von den rund 1.000 Schülern sind 900 Boarders, die auf 15 Häuser verteilt sind. Schüler von 13 bis 18 Jahren leben unter einem Dach und Tagesschüler werden integriert. Die Häuser spiegeln die Entwicklung der Schule wider: von viktorianischer Bauweise, über 80er Jahre Bauten bis hin zu den jüngsten Häusern, die erst vor ein paar Jahren eröffnet wurden und in ihrer Architektur dem Zeitgeist entsprechen. Als kleiner Tipp: Wer sich für die Schule interessiert, sollte bei einem Besuch auf jeden Fall die Frage stellen, in welchem Haus man untergebracht wird, damit es zum Schulstart nicht zu Überraschungen kommt.

Anna zeigt uns ihr Haus “Sutton”, in dem sie mit rund 65 anderen Mädchen im altehrwürdigen Teil der Schule lebt. Sutton ist mit 150 Jahren eines der ältesten Häuser, das auf dem Hauptcampus liegt. Die meisten Häuser sind auf der anderen Seite des Geländes angesiedelt und haben daher einen wesentlich längeren Schulweg. Dafür gibt es dort aber auch eine klare Trennung, wenn am Nachmittag der Unterricht vorbei ist und man “nach Hause” geht. 

Gleichberechtigung bei den Boarding-Houses

Anna mag Sutton und die Nähe zu den Klassenräumen. Vier Erwachsene leben mit den Schülerinnen zusammen, die über Nacht immer erreichbar sind. Als jüngere Schülerin startet man zu viert in einem Zimmer und ab Year 10 zieht  man in ein Doppelzimmer. Von da an arbeitet man sich zum Einzelzimmer hoch bis man in die Upper Sixth kommt, also in die Oberstufe. Sutton, das ehemals dunkle Jungenhaus ist seit der Renovierung ein freundliches, warmes Haus mit viel Holz, Klavier und einer Playstation.

 „Für uns war es wichtig, dass wir ein inklusives co-ed System aufbauen, in dem die Mädchen die gleichen Rechte bekommen und Häuser haben, wie die Jungen. Aus einigen der alten Häuser mussten die Jungen also ausziehen, um Platz zu machen. Die Mädchen sollten nicht als Anhang betrachtet werden und am Ende des Schulgeländes leben“, so Sarah. Heute ist die Mischung der Häuser auf dem Gelände gut verteilt.

Neben Sutton liegt das Jungenhaus Gownboys. Es fühlt sich am traditionellsten von den Häusern an, die wir sehen: mit viel Platz, großen, eleganten Sofas, Playstation und Küchenbereichen. Die Wandtäfelungen sind geziert mit Jahresdaten und Namen der Schüler, die für ihr Haus Wettbewerbe gewonnen haben.

Architektonische Zwillinge

Ganz anders die beiden neuesten Häuser Saunderites und Northbrook, die am anderen Ende des Campus liegen. Zwei Häuser – eins für Jungen, eins für Mädchen -, die architektonisch gespiegelt sind und erst ein paar Jahre alt. 

Während die Jungs im Aufenthaltsraum Tischtennis spielen, unterhalten wir uns kurz mit Hausassistentin Anne darüber, was die Anfangshürden für die Neuen sind. „Man glaubt es nicht, aber anfangs geht alles darum, wo man hin muss. Es ist wirklich eine große Herausforderung für die Neuen, sich auf dem Schulgelände zurechtzufinden und pünktlich zu sein. Aber auch wenn mal ein Junge mit hängenden Schultern zurückkommt, dann sage ich immer „Tomorrow is another day“. Spätestens beim Abendessen gehe es allen wieder besser und nach den ersten, etwas anstrengenden Wochen sind alle angekommen und fühlen sich wohl.

Durch die Nähe zu London gibt es viele weekly Boarder in Charterhouse, die samstags die Schule verlassen und Sonntagnachmittag zurückkommen. „Die Häuser sind unterschiedlich, aber es kann gut passieren, dass ein Drittel am Samstagnachmittag die Schule verlässt. Dann wird es ruhiger, aber wir haben auch immer Programm für unsere internationalen Studenten, die hier bleiben”, so Sarah. Am Abend trifft man sich beim Lagerfeuer, grillt Marshmallows und lädt seine Freunde aus anderen Häusern ein. Am Sonntagmorgen gibt es dann einen ausgedehnten Brunch im „Hotel-Style“, der von den Schülern geliebt wird. Die Jüngeren machen sich auf nach Godalming, die Älteren orientieren sich eher nach Guildford. Wer die Erlaubnis der Eltern hat, kann auch in kleinen Gruppen nach London. Nach spätestens 24 Stunden seien aber auch alle Boarder wieder zurück an der Schule. 

Handy-Regeln

Die Handy-Regeln sind nicht strikter als anderswo auch. Abends um 22 Uhr werden Handy und Laptop eingesammelt und morgens ab 7 Uhr wieder ausgehändigt. Im letzten Jahr (der Upper Sixth) werden jegliche Restriktionen gelöscht. „Aber dann ist der Drang, das Handy haben zu wollen auch nicht mehr so stark“, schmunzelt Sarah.

Noch ein kurzes Wort zum Essen, das wir dieses Mal nicht selber probiert haben: Laut Anna gibt es immer eine große Auswahl an Möglichkeiten, von protein based bis vegetarisch. Das Essen sei gut und gesund in den Kantinen. Und wer darüber hinaus noch hungrig ist, hat in seinem Boardinghaus die Möglichkeit, Kleinigkeiten zuzubereiten. Verhungern wird hier keiner.

Unser Verdict: Für wen eignet sich Charterhouse?

Charterhouse ist eine Schule, in der akademisch orientierte Kinder mit Lust auf ein intensives Internatsleben aufblühen werden.

Kinder, die vielleicht schon eine Ahnung haben, was sie später einmal machen wollen, werden hier in ihren Ambitionen unterstützt. Solche, die noch nicht wissen, wohin es später geht, erhalten hier viele Inspirationen und neben einer akademisch soliden Ausbildung ein gutes Set an Softskills.

In Charterhouse werden sich Kinder wohl fühlen, die sich nicht vor Raum, Größe, traditionellen Werten und vielen Mitschülern fürchten, sondern Teil einer stolzen britischen Schule sein wollen.

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