Aerial view of an expansive school campus with sports fields, academic buildings, and tree-lined paths.
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Britische Internate im Profil: St. Edward's School - endlich im Rampenlicht!

A brunette women with glasses in a black blouse is smiling into the camera Von Nina Slattery

Willkommen in St. Edward's in Oxford - gediegener könnte sich eine Internatsadresse wohl kaum anhören, oder? Als wir allerdings das letzte Mal hier waren (was schon ein paar Jahren her ist), da gab es das ein oder andere Jungenhaus, das nicht mehr ganz dem Standard entsprach und Einrichtungen brauchten dringend ein neues Make-Up. Alles wirkte etwas müde.

 Doch seitdem ist viel - sehr viel! - Geld in Umbauten und Renovierungen geflossen und Direktor Alastair Chirnside hat darüber hinaus mit seinem Team das Akademische, das Freizeitangebot und die Atmosphäre mit viel Herzblut verbessert. Also war klar, dass wir St. Edward's (oder “Teddies”, wie es von vielen genannt wird) unbedingt besuchen mussten. Und, was sollen wir sagen: Es hat uns umgehauen oder wie unsere Kollegin Marita meinte “Money well spent!” ;-)

Money well spent!

Heute ist Teddies eine Schule mit Wow-Faktor auf allen Ebenen, und wer hier angenommen wird, kann sich auf eine abwechslungsreiche und spannende Internatszeit freuen. 

Während unseres Besuchs Anfang Dezember - die Weihnachtsbäume sind aufgestellt und die ersten Carols sind schon gesungen - sprechen wir mit Alastair, laufen mit unseren unglaublich netten deutschen Schülerguides Enno und Katrina über den Campus und treffen die wunderbare Anna Fielding, die für das IB - das internationale Abitur - an der Schule verantwortlich ist. Das International Baccalaureate spielt hier eine große Rolle: Die Hälfte der Oberstufe sind IB-Schüler, während die andere Hälfte A-Levels ablegen. Das ist außergewöhnlich für britische Internate, die beide Abschlüsse anbieten. 

Dass man sich darüber hinaus auch noch in Musik, Theater und Sport - und hier vor allem beim Rudern und Rugby - auspowern kann, macht Teddies noch attraktiver. 

Entspannte Freundlichkeit

Doch am meisten hat uns beeindruckt, dass die Schüler, die wir treffen, bei all dem Angebot und der Geschäftigkeit eine freundliche Gelassenheit an den Tag legen, die man sonst selten bei den renommierten Internaten erlebt. Kein Wunder, dass Enno, der nur ein Jahr bleiben wollte, nun seit fünf Jahren hier ist und jetzt schon traurig auf den Abschied blickt. Und er ist nicht der Einzige.

Seit diesem Besuch arbeiten wir noch lieber mit St. Edward's zusammen - auch wenn wir das schon in den vergangenen 25 Jahren getan haben. Aber jetzt ist es eine Schule, die wir einfach mit noch mehr Überzeugung unseren Familien empfehlen, weil wir wissen, dass die Kinder dort gut aufgehoben sind und sich toll entwickeln können. Wir sind echt begeistert!

 

Kommen Sie mit auf unsere Tour durch Teddies und erfahren Sie, wo das Geheimnis liegt für entspannte und motivierte Schülerinnen und Schüler, die ihre Schule gar nicht mehr verlassen wollen.

Die Lage

St Edward’s liegt im grünen Norden Oxfords und ist ein attraktiver viktorianischer Backsteinbau mit einem wunderschönen großen Innenhof, eingebettet in rund 40 Hektar Land. Eine Lage, die kaum zu überbieten ist. Warum?

Oxford ist weltweit bekannt als die Universitätsstadt schlechthin und genau das spüren auch die Schüler. Das Leben in St Edward's spielt sich nicht nur auf dem Campus ab: Für den Weg in die City greift man einfach zu einem der Fahrräder und ist in fünf Minuten im Zentrum, besucht die Universität für Vorträge, geht ins Museum, Theater oder bucht gleich mal ein ganzes Kino für die Oberstufe, um “Wicked” zu schauen.

City und Campus

Wer nicht den weiten Weg nach Oxford nehmen möchte, kann in ein paar Minuten zu Fuß nach Summertown laufen: eine kleine, charmante Einkaufsmeile mit allem, was man braucht, vom Pizzaladen (der fünf Sterne von unseren Tourguides bekommt), kleinen Boutiquen über Cafés bis zum Supermarkt. 

Ein Bus von Oxford nach Heathrow bringt einen ohne nerviges Umsteigen direkt ins Terminal. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man für mehrere Jahre hier lebt. Denn es macht einen Unterschied, ob man „mal eben“ nach Hause fliegen kann oder eine halbe Weltreise antreten muss. Und natürlich: London ist damit ebenso unkompliziert erreichbar, ob für einen Harry Potter Abend oder einfach nur, um Großstadtluft zu schnuppern.

Charmante Kapelle

Gleichzeitig ist St. Edward's weit genug vom Trubel entfernt, so dass die Schüler Raum für Konzentration und Rückzug finden und das Internatsleben in ihrer ganzen Fülle erfahren können. 

Hier steht (wie unsere Kollegin Leslie es so treffend beschreibt) „alles im richtigen Maßstab“ zueinander und man wird nicht erschlagen. Die Anlagen liegen nah beieinander und gleichzeitig bietet das Gelände genügend Weite, um sich frei zu bewegen. Nur die Kapelle ist zwar hübsch, aber ein wenig klein geraten; dort kommen immer nur die einzelnen Häuser zusammen. Für mehr reicht der Platz einfach nicht.

Quad-Projekt

Dafür hat St Edward’s in den vergangenen Jahren beeindruckend viel Platz an anderen Orten geschaffen! Mit dem Quad-Projekt, das 2021 eröffnet wurde, hat die Schule ein Ensemble aus zeitgenössischen Gebäuden kreiert: Herzstück ist das L-förmige Academic Centre mit Café, Bibliothek und modernen Unterrichtsräumen. Ganz oben öffnet sich ein Sixth-Form-Arbeitsbereich mit Blick über den Innenhof, den wir sehr spektakulär fanden. Und die Schüler lieben es, endlich gemütliche Räume auch außerhalb ihrer Internatshäuser zu haben, um lernen zu können oder um einfach abzuhängen.

Daneben wurde der alte Versammlungssaal aus den 70er Jahren gegen die elegante ovale Olivier Hall ersetzt, in der bis zu 1.000 Personen Platz für Aufführungen und Konzerte finden. Als wir reinschauen, wird gerade an einem professionellen Bühnenbild gearbeitet. Das Oxforder Publikum ist hier häufig zu Gast. 

Eigene Musikschule

Und für alle, für die Musik ein wichtiger Teil eines lebendigen Schulalltags bedeutet, gibt es die großzügig ausgestattete “Ogston Music School” mit 20 Übungs- und sieben Ensemble-Räumen, einem großen Proben- und Konzertsaal, einem “Rock-Room” mit Aufnahmestudio sowie einer eigenen Musikbibliothek. Hallelujah!

Während unseres Rundgangs zeigt Enno uns auch die schlichte, aber gemütliche Dining Hall. Zwei Jungs, die an uns vorübergehen, rufen uns zu, dass das Essen hier ausgezeichnet sei. So unerwarteten Enthusiasmus hört man selten über die Gerichte einer Schulkantine. Und während man seine Spaghetti isst, wird man immer daran erinnert, dass in St. Edward's DNA das Rudern fest verankert ist: An den Wänden hängen alte Ruderblätter und Tafeln mit den Namen derer, die in den vergangenen Jahrzehnten Regatten gewonnen haben. “Nächstes Jahr steht mein Name hier auch, zusammen mit der ersten Mannschaft”, sagt Enno und hat sein Ziel fest im Blick. 

Was St. Edward's aus unserer Sicht besonders macht

Ohne Zweifel ist die Lage von St Edward’s unschlagbar. Oxford liegt nicht einfach „nebenan“, sondern wird ganz selbstverständlich Teil des Alltags. Die Wege durch die Stadt, das Radfahren, das Nutzen universitärer Sportanlagen und die Verbindungen zu den Universitäten mit Vorträgen von renommierten Professoren - all das vermittelt ein Gefühl von Freiheit, intellektuellem Anspruch und Selbstständigkeit. Und als ambitionierter Schüler kann man hier “Weltklasse-Uni-Luft” schnuppern.

Rudern ist eine Klasse für sich. St Edward’s verfügt nicht nur über professionelles Rudertraining und ein eigenes Bootshaus am Fluss, sondern hat sich auch sportlich einen Namen gemacht: Welche Schule kann schon von sich behaupten, gleich zwei Boote im Semi-Finale der renommierten Henley Royal Regatta am Start zu haben? Das spricht für exzellente Trainer und hervorragende Bedingungen. 

Jungen scheuen sich nicht, zu tanzen

Und gleichzeitig ist das kreative Programm absolut beeindruckend und selbst die Jungen lassen sich darauf ein, Tanz und Theater auszuprobieren. Berühmte Schauspieler wie Laurence Olivier und Emilia Clarke probten bereits auf denselben Bühnenbrettern. 

Ebenso beeindruckend ist die Kombination aus hoher akademischer Leistung und einem spürbar druckfreien Ambiente. St Edward’s steht für konzentriertes Lernen, aber ohne die Härte oder Überforderung, die man in anderen leistungsstarken Schulen manchmal wahrnimmt. Stattdessen entsteht hier ein Klima, in dem Neugier und Motivation wachsen dürfen und wo Fehler absolut willkommen geheißen werden. 

Das Akademische

Im Aufnahmeprozess ist St Edward's selektiver als andere, doch diese Selektion ist nicht auf Uniformität ausgelegt, sondern man versucht herauszufinden, ob St Edward's wirklich die passende Schule ist. Aber natürlich wirkt sich die Auswahl dann irgendwie doch auf die Resultate am Ende aus.

Klarer Trend in den Ergebnissen

Die akademische Entwicklung von St Edward’s folgt seit Jahren einer klaren Aufwärtstendenz. Der Anteil der A/A* Noten lag 2025 bei 46%. Im IB liegt der Durchschnitt bei 35 Punkten, was wirklich sehr gut ist und fünf Punkte über dem Weltdurchschnitt. Auch die GCSE-Ergebnisse können sich sehen lassen: Fast zwei Drittel aller Prüfungen wurden mit den Top-Noten 9–7 bewertet. Das sind übrigens die besten Resultate in der Geschichte der Schule.

Und wer hätte es gedacht, dass man mit diesen Ergebnissen Türen zu britischen Spitzenuniversitäten öffnet, wie beispielsweise Bristol, Edinburgh, UCL und Imperial in London, aber ebenso zu internationalen Zielen wie Berkeley, UCLA, Brown, Columbia, Harvard oder Hochschulen in Hongkong, Deutschland, Italien, Holland und China.

Auch ausgefallene IB-Fächer wählbar

St Edward’s bietet eine breite und ausgewogene Fächerlandschaft, in der IB und A-Levels gleichberechtigt nebeneinander stehen. Klassiker wie Latein und Griechisch bleiben ein zentraler Bestandteil des Curriculums, Design spielt eine große Rolle und moderne Sprachen sind fest verankert, sodass rund zwei Drittel der Sixth Form sie weiterführen. Gleichzeitig öffnet sich St Edward’s für neue, zeitgemäße Schwerpunkte: Zu den jüngsten Ergänzungen gehören IB Dance sowie A-Levels in Informatik, Textiles, Politik und Psychologie. Die Klassen in der Sixth Form sind bewusst klein gehalten, meist deutlich unter der Maximalgröße von 14, und durch die regelmäßige Mitarbeit von Oxford-Postgraduates erhält der Unterricht zusätzliche akademische Tiefe, stets mit dem Ziel, Neugier und Interesse über den Lehrplan hinaus zu fördern. 

Im IB zeigt sich die besondere Stärke der Schule: Während an vielen britischen Internaten das IB eher ein Nischenprogramm ist, ist es hier ein echtes Zugpferd. Direktor Alastair, der diese Entwicklung maßgeblich begleitet, bringt es auf den Punkt: „Wir haben eine IB-Kohorte von rund 70 Schülern und im Durchschnitt liegen wir bei einem Abschluss von 35 Punkten. Gleichzeitig sind in den 70 Abgängern aber auch die 20 dabei, die ihre 40 Punkte erreichen müssen, um Medizin zu studieren. Sie sehen also, dass man sein Studienziel erreicht. Aber wir schauen nicht nur auf die akademisch starken Schüler. Auch für die nicht so starken finden wir den passenden Weg. Es gibt nicht nur eine Form, in die die Schüler hier gegossen werden.“ 

Starke Vertrauenspersonen

Anna Fielding,  Director of IB, spielt eine Schlüsselrolle im IB. Ihr Engagement geht weit über das Fachliche hinaus. Dreimal pro Woche trifft sie sich in kleinen Gruppen mit ihren Schülern, kennt deren akademischen Stand ebenso wie die sozialen Dynamiken, und schafft ein Vertrauensverhältnis, das bemerkenswert ist. Nicht ohne Grund wird Anna regelmäßig zu Hochzeiten ihrer ehemaligen Schützlinge eingeladen und bei wichtigen Entscheidungen nach ihrer Meinung gefragt. 

IB - relativ druckfrei?

Und wie steht es um den Druck, der andernorts oft ein ständiger Begleiter des IB ist? Wer den dichten Stundenplan und die umfangreichen Zusatzaufgaben kennt (allen voran den berühmten Extended Essay) weiß, wie herausfordernd das Programm sein kann. Doch Teddies hat einen ausgewogenen Weg gefunden: Dadurch, dass der Mindestaufenthalt an der Schule zwei Jahre dauert, kann der Druck auf die gesamte Zeit verteilt werden und Teddies muss sich nicht um Schüler kümmern, die in kürzester Zeit alles erleben und erreichen müssen. In anderen Schulen kann das zu enormen Druck führen: erst Laissez-faire, dann Überforderung. In St Edward’s verteilt sich die Anstrengung besser über die gesamte Zeit, und das wirkt spürbar entlastend. „Also man ist schon konzentriert und ambitioniert bei der Arbeit, aber nicht so verbissen,“ fasst es ein Schüler zusammen. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Das Außerschulische

Sportlich bietet Teddies eine gute Bandbreite an Sport und verfügt über erstklassige Einrichtungen. Mit der Lage in Oxford und an der Themse wundert es nicht, dass es hier eine lange Tradition zum Rudern gibt: Die besten Ruderer trainieren mit den Universitätsmannschaften, und 2023 gewann der Jungen-Achter den renommierten Princess Elizabeth Challenge Cup bei der Henley Royal Regatta und setzte sich dabei gegen die deutschen Nationalmeister (!) sowie gegen Hampton, Eton, Radley und St Paul’s im Finale durch. 

Rudern ist in der DNA der Schule

Enno trainiert neun Mal pro Woche, und scheint dabei vollkommen entspannt. „Die Schule liefert mir den richtigen Support, so dass ich sieben Tage die Woche, und an zwei Tagen morgens und abends trainieren kann.” Trotzdem bleibe ihm noch genug Zeit, um andere Clubs zu machen und für sein IB zu lernen. 

Guter Sport

Neben dem Rudern bietet St Edward’s guten Fußball, sowohl für Mädchen als auch für Jungen und vor allem sehr gutes Rugby. Die Sportanlagen sind beeindruckend: 15 Spielfelder, innen- und außenliegende Tennisplätze, ein 25-Meter-Pool, vier Astro-Turf-Felder, brandneue Netballplätze, Squash Courts, zwei Cricket-Pavillons und ein hervorragend ausgestattetes Fitness- und Gesundheitszentrum von Nuffield Health auf dem Campus. 

Imposantes North Wall Theatre

In den Performing Arts zeigt Teddies kulturelle Tiefe. Das North Wall Theatre auf dem Campus ist das kreative Herz und gleichzeitig ein landesweit bedeutendes Kulturzentrum. Es wird von professionellen Produktionen bespielt, so dass Teddies Schüler manchmal nach Vorführungen die Chance haben, mit Schauspielern zu sprechen oder sogar Workshops zu machen. Die Bühne erinnert eher an ein Stadttheater und das aktuelle Bühnenbild wirkt auf uns aufwändig und durchdacht. Einfach professionell. Teddies geht so weit, dass man hier einen IB- oder A-Level Kurs in Drama & Theatre Studies belegen kann. 

Bemerkenswert ist, dass sich auch Jungen aus dem ersten Rugby-Team in kreative Fächer trauen. Gerade in den Bereichen Theater und Tanz, wo man von Hip-Hop, Ballet bis Dance Fusion, Afrobeats und Breakdance alles ausprobieren kann. 

Zwischen Schmuck und Ton

Im Kunstbereich stach für uns die Keramik-Abteilung hervor und die Leidenschaft, mit der uns ein Lehrer davon überzeugte, dass es weit mehr gibt als Tonvasen und Drehscheiben. Darüber hinaus gibt es eine hauseigene (!) Schmuckwerkstatt und moderne Ateliers. 

Auch musikalisch macht Teddies keine halben Sachen. Hier singt jeder und wenn es nur in den Wettbewerben der Häuser ist, die jedes Jahr begeistert erwartet werden. Wer es professioneller mag, singt in einem der zwei Chapel Choirs und erhält - mit etwas Glück - die Möglichkeit, auf außergewöhnlichen Bühnen zu performen wie der Royal Albert Hall in London. Neben der bereits erwähnten eigenen Musikschule verfügt St. Edward's über ein eigenes Symphonieorchester (wo allerdings wirklich nur die Besten reinkommen) und über mehrere Ensemble für Bläser und Streicher. Wer es nicht so klassisch mag, kann sich in einer der vielen Jazz, Rock und Pop Bands ausprobieren. 

Societies als Sprungbrett

Und selbst nach Sport, Theater oder Musik ist der Tag an St Edward’s noch lange nicht vorbei. Unzählige Societies und Clubs laden dazu ein, Neues auszuprobieren und Interessen zu vertiefen. Von Debating und Model UN über Imkern und Eco Society bis hin zur Crochet Society (Häkeln!), Teddies on Camera oder der Financial Markets Society ist die Auswahl umfangreich und hält für wirklich jedes Interesse etwas bereit.

Diese Societies sind nicht nur ein Sprungbrett, um neue Themen kennenzulernen, sondern erleichtern auch die Integration enorm. Die deutsche Schülerin Katrina, die als einzige Neue in Year 12 kam, erzählt, dass sie ihre ersten Freunde in den Clubs und Societies fand. “Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, mich mit den Mädchen in meinem Boarding House anzufreunden. Aber dann habe ich mich in ganz viele Clubs und Societies eingetragen und habe darüber die ersten Freundschaften gefunden, dann kamen welche in meiner Klasse dazu und inzwischen geht’s mir auch in meinem Haus gut.” 

Das Internatsleben

St. Edward’s verfügt derzeit über 13 Boarding Houses: vier für Jungen, fünf für Mädchen und vier gemischte Häuser speziell für die Sixth Form, darunter die neue Cooper Lodge. Jedes Haus beherbergt eine Mischung aus etwa 60 Boarding- und Tagesschülern. Besonders die koedukativen Häuser sind sehr angesagt, denn es gibt in der Region nur wenige Schulen mit einem solchen Angebot. Als wir durch die Häuser laufen, sieht man, wie viel hier in den vergangenen Jahren investiert wurde. Die Jungenhäuser sind sichtbar modernisiert, wenngleich sie immer noch “Jungenhäuser“ sind. Die neueren Mädchenhäuser wirken architektonisch so hochwertig, dass sie beinahe zu einer Folge von Grand Designs gehören könnten.

Die Wochenenden sind busy

Mit einem Full-Boarding-Anteil von 80 bis 90 Prozent ist das Leben auf dem Campus lebendig und das nicht nur unter der Woche. Samstagsschule gehört traditionell dazu, gefolgt vom Sport am Nachmittag. Danach steht es den Schülern frei, auf dem Campus zu bleiben oder nach Oxford zu fahren. Gerade die älteren Schüler genießen dabei ein hohes Maß an Selbständigkeit und erleben Oxford als natürlichen Teil ihres Internatslebens. Wer auf dem Campus bleibt, profitiert von einem vollen Wochenendprogramm: Social Events, Aktivitäten, Ausflüge, Talks, Dinner, BBQs, Paintballing, Trampolining, aber auch Ruhe und Leerlauf mit Freunden ist möglich. 

IB-Direktor Anna erzählt uns über unseren Guide Enno, dass er abends rübergeht zu seiner jüngeren Schwester, die erst vor kurzem nach St Edward’s gekommen ist, um mit ihr ein bisschen auf Deutsch zu reden und ihr ein Gefühl von Zuhause zu geben. Eine Warmherzigkeit, die auch von den Houseparents unterstützt wird.

Strikte Handy-Regeln

Als letzter Punkt, der uns besonders beeindruckt hat, ist die Phone-Policy, die ziemlich strikt ist: Während der Woche sind Handys grundsätzlich tabu; sie dürfen erst am Wochenende oder abends genutzt werden, und selbst in der Upper Sixth (also im letzten Oberstufenjahr) müssen die Geräte regelmäßig abgeben werden. Johann, der uns ein Stück begleitet, fasst es pragmatisch und gleichzeitig sehr treffend zusammen: „Es ist absolut okay, weil wir alle im gleichen Boot sitzen.“ In einer Zeit, in der digitale Reizüberflutung zunehmend zum Problem wird, schafft Teddies damit einen Raum, in dem junge Menschen konzentrierter leben, arbeiten und miteinander in Beziehung treten können. Und scheinbar gefällt es ihnen.

 

Our Verdict - für wen eignet sich St. Edward's?

St Edward’s ist besonders geeignet für junge Menschen, die mehr wollen als ein klassisches Internatserlebnis. Gerade Schüler, die mit dem Gedanken spielen, später eine akademische Laufbahn in Oxford oder Cambridge einzuschlagen, profitieren enorm von der Lage und Atmosphäre der Schule. Wer hier lernt, erhält früh einen authentischen Eindruck davon, wie sich studentische Freiheit, intellektuelle Neugier und Selbstständigkeit anfühlen.

Gleichzeitig ist St Edward’s eine Schule, die ambitioniert arbeitet, aber keinen Einheitsweg fordert. Die Haltung lautet: Jeder Schüler soll seinen eigenen Pfad finden dürfen – sei es im Akademischen, im Sport oder in den Künsten. Niemand wird in eine Form gezwungen; vielmehr wird geschaut, welche Stärken sichtbar werden und wie sich diese individuell fördern lassen.

Es ist eine beschäftigte und lebendige Schule. Wer nach Teddies kommt, sollte Freude daran haben, aktiv am Leben teilzunehmen, sei es durch Sport, Musik, Theater oder Societies. St Edward’s ist der richtige Ort für junge Menschen, die Energie mitbringen, gern Teil einer dynamischen Gemeinschaft sind und Neugier und Offenheit in sich tragen.