
Welche Schule in Deutschland kann schon von sich behaupten, ein eigenes Schwimmbad zu besitzen? An britischen Internaten ist das jedoch keine Seltenheit. Die meisten Internate, die wir uns in den letzten Jahren angeschaut haben, verfügen über ein eigenes 25-Meter-Becken, das für Unterricht, Training und Wettkämpfe genutzt wird.
Schwimmen ist in Großbritannien weit mehr als ein Zusatzangebot: Es ist häufig fest im Schulalltag verankert und wird durch qualifiziertes Coaching sowie eine strukturierte Trainingsumgebung ergänzt. Daraus ergeben sich klare Vorteile:
- Training auf dem Campus
- Integration in den Stundenplan
- Zusätzliche Trainingsmöglichkeiten am Nachmittag und am Wochenende
- Zugang zu qualifiziertem Coaching und oft leistungsorientierten Trainingsgruppen
- Wettkämpfe und Swimming Galas gegen andere Schulen
- Transporte zu regionalen und nationalen Wettkämpfen
So entsteht eine Bandbreite, die von soliden Schulprogrammen bis hin zu echten Leistungszentren reicht. Entscheidend ist dabei weniger die Beckengröße als vielmehr die Qualität von Coaching, Trainingsstruktur und Einbindung in den Alltag.
Vor diesem Hintergrund stellen wir Ihnen heute unsere Top 5 Internate vor, die starkes Schwimmtraining mit dem passenden schulischen Umfeld überzeugend verbinden.

Mount Kelly
Mount Kelly in Devon gehört ohne Frage zu den führenden Schwimminternaten Europas. Die Schule verfügt über gleich drei Becken, darunter ein 50-Meter-Olympiabecken mit acht Bahnen, und hat über die Jahre eine beeindruckende Zahl an internationalen Spitzenschwimmern hervorgebracht.
Das Performance-Programm ist klar international ausgerichtet und wird von erfahrenen Coaches unter der Leitung von Director of Swimming Emma Collings-Barnes (ehemals Team GB) geführt. Trainiert wird auf Elite-Niveau mit mehreren Einheiten täglich, ergänzt durch Athletiktraining, Technikarbeit und physiotherapeutische Betreuung. Insgesamt umfasst das Programm rund 170 Schwimmerinnen und Schwimmer im Alter von 9 bis 18 Jahren, die in acht Leistungsgruppen trainieren.
Die Athletinnen und Athleten nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Wettkämpfen teil, und Mount Kelly hat in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 100 Schwimmer hervorgebracht, die international erfolgreich waren. Besonders hervorzuheben ist die individuelle Betreuung: Jeder Leistungsschwimmer arbeitet mit einem eigenen Coach.
Millfield
Millfield zählt zu den bekanntesten Sportinternaten Großbritanniens und ist daher wenig überraschend auch im Schwimmen eine der führenden Adressen. Die Schule verfügt über ein 50-Meter-Olympiabecken und hat im Laufe der Jahre zahlreiche Olympioniken hervorgebracht: mehr als 30 Schwimmerinnen und Schwimmer haben hier ihren Weg bis zu den Olympischen Spielen gefunden.
Das Training ist klar strukturiert und auf verschiedenen Leistungsstufen aufgebaut: von Development über Performance bis hin zur Elite. Je nach Niveau trainieren die Schülerinnen und Schüler mit hoher Frequenz, teilweise mehrmals täglich, und profitieren dabei von einem sechsköpfigen, hauptberuflichen Coaching-Team. Trainiert wird an sechs Tagen pro Woche, ergänzt durch verschiedene Förderprogramme sowie Trainingscamps in den Schulferien.
Besonders hervorzuheben ist, dass Millfield sowohl Einsteiger als auch ambitionierte Leistungsschwimmer gezielt fördert und ihnen gleichermaßen den Zugang zu einer professionellen Trainingsumgebung auf höchstem Niveau ermöglicht.

Plymouth College
Plymouth College setzt auf ein starkes hybrides Modell: ein eigenes 25-Meter-Becken auf dem Campus kombiniert mit regelmäßigem Training im nahegelegenen Plymouth Life Centre mit seinem 50-Meter-Olympiabecken. Diese Infrastruktur bildet die Grundlage für eines der führenden Schwimmprogramme Großbritanniens.
Das Programm ist klar leistungsorientiert und international anerkannt. Trainiert wird auf hohem Niveau mit bis zu 30 Stunden pro Woche, verteilt auf rund 12 Einheiten, die vor, während und nach dem Schultag stattfinden. Ergänzt wird das Training durch Athletikprogramme, Kraft- und Konditionstraining sowie umfassende sportwissenschaftliche Betreuung.
Ideal für ambitionierte Schwimmerinnen und Schwimmer, die eine hochprofessionelle Trainingsumgebung mit internationaler Ausrichtung suchen und gleichzeitig in einen strukturierten Schulalltag eingebettet bleiben möchten.

Repton School
Repton School hat sich in den letzten Jahren zu einer der spannendsten Adressen im Schwimmen entwickelt. Das Programm, 2019 gestartet, zeichnet sich durch die enge Verzahnung von Schul- und Vereinssport aus: Durch die Einbindung der lokalen Community entstehen zusätzliche Wettkampfmöglichkeiten und ein insgesamt höheres Leistungsniveau auf Schul-, Regional- und nationaler Ebene.
Trainiert wird im schuleigenen 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, ergänzt durch ein weiteres Becken im Prep-Bereich. Schwimmen ist dabei sowohl im regulären Stundenplan verankert als auch Teil eines klar strukturierten High-Performance-Programms. Leistungsschwimmer trainieren bis zu sechs Tage pro Woche und werden von einem erfahrenen Coaching-Team betreut.
Die sportlichen Erfolge unterstreichen die Qualität des Programms: Neben der Nominierung der ehemaligen Schülerin Eva Okaro für das britische Olympiateam 2024 im Alter von nur 17 Jahren, stehen unter anderem vier Silbermedaillen von Jacob Mills bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2025. Auch Olympiasieger Adam Peaty hat hier regelmäßig trainiert.
Strathallan School
Strathallan School bietet eines der stärksten Schwimmprogramme Schottlands und verbindet ein breit angelegtes Sportangebot mit gezielter leistungsorientierter Förderung. Schwimmen ist fester Bestandteil des Schulalltags und wird durch die Strathallan Swim Academy auf ein professionelles Niveau gehoben, das insbesondere leistungsstarke Athletinnen und Athleten gezielt weiterentwickelt.Trainiert wird bis zu sechs Tage pro Woche im schuleigenen 25-Meter-Hallenbad, das ganzjährig zur Verfügung steht.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die Qualität des Programms ist Duncan Scott, ehemaliger Schüler der Schule: Er schrieb Geschichte, als er bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 vier Medaillen gewann - mehr als jeder andere britische Athlet bei diesen Spielen. Er gilt heute als einer der erfolgreichsten Schwimmer Großbritanniens in der olympischen Geschichte.
