
Guardianship: Wer kümmert sich um mein Kind, wenn es mal brenzlig wird?

Guardianship ist eins dieser Themen, die nicht mit spannenden Anekdoten oder ungewöhnlichen Fakten aufwarten, sondern vor allem eines tun: Bürokratische Voraussetzungen sicherstellen und Eltern beruhigen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist. Wer sich online auf die Suche macht, landet schnell in einem dichten Geflecht aus Informationen von Schulen, privaten Anbietern und Organisationen. Alle haben etwas zu sagen und oft klingt alles gleichzeitig wichtig und kompliziert.
Dabei ist der Kern eigentlich ganz einfach: Internationale Schüler brauchen immer einen Guardian. Ohne Guardian ist ein Internatsaufenthalt in Großbritannien nicht möglich. Ein guter Grund also, einmal genauer hinzuschauen und dem Thema ein wenig die Schwere zu nehmen.
Was ist ein Guardian ganz praktisch gedacht?
Ein Educational Guardian ist eine in Großbritannien ansässige Person oder Organisation, die während der Schulzeit stellvertretend für die Eltern handelt (in loco parentis). Es geht dabei nicht um tägliche Erziehung, sondern um Verantwortung im Hintergrund: Betreuung, Sicherheit, Wohlergehen und vor allem um Erreichbarkeit, wenn etwas passiert.
Warum braucht man überhaupt einen Guardian?
Britische Internate dürfen internationale Schüler nur aufnehmen, wenn ein Guardian benannt ist. Das ist keine Formsache, sondern gesetzlich geregelt und Teil des Safeguarding-Systems.
Der Guardian ist der Notfallkontakt bei Krankheit, Verletzung oder kurzfristigem Schulverweis. Oder anders gesagt: Jemand ist da, wenn die Eltern es nicht sein können.
Zwei typische Beispiele aus dem Alltag: Ein Exeat-Wochenende steht an und alle Schüler müssen das Internat an diesem Wochenende verlassen. Doch der Flug wurde verschoben. Hier ist der Guardian die erste Anlaufstelle, damit die Schüler auf jeden Fall ein Dach über dem Kopf haben. Oder ein anderes Beispiel: Ein Schüler hat am Freitag einen Sportunfall, muss ins Krankenhaus und braucht eine lokale Narkose. Dafür muss ein Erwachsener zugegen sein und eine Bewilligung unterschreiben. Die Schule wendet sich an den Guardian, bei dem der Schüler unterkommen kann.

Wer kann Guardian sein?
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:
Privatperson
– muss Settled-Status oder British Citizenship haben
– in der Regel mindestens 25 Jahre alt sein
– darf nicht im Studium sein
– zuverlässig erreichbar (24/7) sein
– im Radius von zwei Stunden von der Schule wohnen
Professionelle Guardian-Agentur
– mit klaren Abläufen, Notfallplänen und Erfahrung
– oft mit regionalem Netzwerk aus Gastfamilien
– anerkannt und akzeptiert von den Schulen
Wichtig: Nicht jede „nette Bekannte“ erfüllt automatisch die Anforderungen der Schulen. Viele Internate verlangen offizielle Nachweise, Referenzen oder Zertifizierungen.
Ab wann sollte man sich um einen Guardian kümmern?
Um ein Guardianship sollte man sich relativ früh kümmern. Idealerweise wird der Prozess nach dem Ausfüllen der Schulbewerbung angestoßen und dann zeitnah umgesetzt. Die Schulen prüfen, ob der benannte Guardian ihren Anforderungen entspricht.
In der Praxis bedeutet das: Sobald klar ist, dass ein Internatsplatz realistisch wird, sollte das Thema Guardian mitgedacht werden. Besonders bei einem längeren Aufenthalt, für den auch ein Child Student Visa benötigt wird, muss der Guardian vorab feststehen.
Guardian ist nicht gleich Guardian
Nicht jedes Kind benötigt denselben Umfang an Guardianship. Manche Guardians übernehmen die Betreuung während aller schulfreien Zeiten - von den großen Ferien bis zu Exeat-Wochenenden. Andere werden nur punktuell gebraucht, etwa um einzelne Exeat-Wochenenden zu überbrücken. In manchen Fällen besteht die Guardianschaft eher formell auf dem Papier, weil Familien viele organisatorische Aspekte selbst regeln können. Hinzu kommt: Jüngere Kinder benötigen in der Regel deutlich mehr Unterstützung als ältere Jugendliche, die bereits selbstständig unterwegs sind.
Wichtig ist daher, dass Familien für sich klar definieren, welchen tatsächlichen Bedarf es gibt und welches Guardianship-Modell zu ihnen passt. Die meisten unserer Familien buchen einen Guardian, der hauptsächlich auf dem Papier steht.
Kosten: womit sollte man rechnen?
Die Kosten hängen stark vom Modell ab, von etwa £500 bis £3.000 pro Schuljahr. Wir empfehlen immer, dass Sie die genauen Kosten direkt anfragen.
Auch hier wichtig zu wissen: Übernachtungen bei Gastfamilien, Transfers oder Sonderbetreuung werden meist zusätzlich berechnet. Ein genauer Blick ins Leistungspaket lohnt sich also.
Unser Ansatz bei von Bülow
Wir arbeiten ausschließlich mit sorgfältig ausgewählten, zertifizierten Guardian-Partnern zusammen, die wir persönlich kennen und regelmäßig evaluieren: Studylinks und Pippa’s Guardians.
In der Regel ist das First Response Guardianship Paket von Studylinks ausreichend.
Falls Ihr Kind in den Ferien nicht nach Hause fährt oder Sie eine persönliche Betreuung wünschen, können wir Ihnen Pippa’s Guardiansempfehlen.
Darüber hinaus bieten wir seit Kurzem auch einen eigenen First-Response-Guardian-Service an. Gerne beraten wir Sie persönlich zu passenden Lösungen, Abläufen und Kosten.
Es ist gut zu wissen, dass jemand da ist - bevor man ihn braucht.