Contemporary academic building with glass façade and landscaped surroundings
School Visit

Unsere Artikel • 3rd June 2021

Englische Internate im Profil: Monkton Combe School - eine kleine, aber feine Internatsschule im Herzen der Grafschaft Somerset

A brunette man in a dark suit and a white shirt is looking into the camera Von Ferdinand Steinbeis

Vor kurzem durften wir einen wunderschönen Tag an der Monkton Combe School in der westenglischen Grafschaft Somerset verbringen. 

Das Setting

Monkton Combe, das dem Internat seinen Namen gab, ist ein kleines, malerisches Dorf – nur etwa zehn Minuten Autofahrt vom traditionsreichen Kurort Bath entfernt. In Großbritannien kennt man Bath wegen seiner römischen Thermen und der eleganten Häuserzeilen aus der Regency-Zeit. Nicht ohne Grund zählt die Stadt zu den beliebtesten Reisezielen Somersets. 

Der Campus der Monkton Combe School liegt eingebettet in die Bilderbuchlandschaft des Midford-Tals. Schon der erste Blick auf die alten Gebäude aus dem für die Region typischen, hellen Sandstein ist beeindruckend. Die wenigen modernen Bauten fügen sich harmonisch in das historische Ensemble ein und verleihen dem Gelände eine stille Eleganz. Kein Wunder, dass die Cricket-Anlage der Schule von der Cricket-Bibel Wisden zum drittschönsten Cricketfeld des Landes gekürt wurde – eine Auszeichnung, die perfekt zu dieser idyllischen Umgebung passt. 

Abseits der weiten Natur gibt es in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht allzu viel Ablenkung. Doch das Internat organisiert regelmäßig Ausflüge nach Bath oder ins nahegelegene Bristol, das mit dem Zug in rund 20 Minuten erreichbar ist. Von Bath nach London benötigt man etwa zwei Stunden, und der Flughafen von Bristol – mit guten Verbindungen in viele europäische Metropolen – liegt nur rund 40 Autominuten entfernt.

Worum es (unserer Meinung nach) in der Monkton Combe School geht

Als wir Chris Wheeler, den Direktor der Monkton Combe School, fragten, wie er sein Internat beschreiben würde, sagte er: „Unsere Schule ist ein kleiner Geheimtipp.“ Und mit dieser Beschreibung liegt er gar nicht falsch.  

Die Monkton Combe School gehört zwar zur sogenannten Rugby Group englischer Internate – also in eine Liga mit Schulen wie Harrow, Oundle, Radley oder Cheltenham – doch so bekannt oder wohlhabend wie diese ist Monkton nicht. Das liegt zum Teil an ihrer Größe: Mit rund 400 Schülern zählt sie zu den kleineren Internaten des Landes. Genau darin aber liegt ihr besonderer Reiz. In einer so überschaubaren Gemeinschaft kann jeder Schüler persönlich betreut und individuell gefördert werden. Die Schule ist zu Recht stolz auf ihre maßgeschneiderten Lehrmethoden und darauf, bewusst „anders“ zu sein als viele andere. Ihr Ziel ist es, jeden Schüler gemäß seiner Persönlichkeit und Bedürfnisse wachsen zu lassen.

 Failure Awards

 „Der Ausgangspunkt bei uns ist nicht die Frage, mit welcher Prüfungsnote ein Schüler abschließen möchte oder in welcher Mannschaft er spielen will“, erklärte Chris Wheeler. „Stattdessen geht es um die Kernfrage: Wer bist du? – und nicht: Was bist du?“

Dieses Leitmotiv begleitet die Schüler täglich. So schreiben sie beispielsweise ihre eigenen Zeugnisse oder werden für außergewöhnliche Ansätze ausgezeichnet – auch, wenn diese zunächst scheitern. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten „Failure Awards“ – frei übersetzt: Misserfolgs-Preise. Damit werden Schüler geehrt, die etwas ausprobiert und dabei gescheitert sind. Wheeler erzählte uns von mehreren Preisträgern, die trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieser Erfahrungen später Herausragendes geleistet haben, etwa als Mitglieder der britischen Rudernationalmannschaft. 

An der Monkton Combe School lernen Kinder, dass Scheitern kein persönliches Versagen ist, sondern eine wertvolle Erfahrung. Bethany, eine Schülerin aus der Oberstufe, brachte es treffend auf den Punkt: „Wir sollen hier lernen, dass es kein persönliches Versagen ist, wenn man etwas nicht schafft. Im Gegenteil – wir entwickeln unseren Charakter gerade durch Misserfolge.“

 Christliches Ethos

Neben diesem erfrischenden Umgang mit Fehlern spielt auch das christliche Ethos der Schule eine wichtige Rolle. Es prägt die Gemeinschaft ebenso wie die auf jeden Schüler zugeschnittene persönliche Betreuung. Regelmäßiger Einzelunterricht, offene Gespräche und die Auseinandersetzung mit spirituellen Fragen sind fester Bestandteil des Schulalltags – und das nicht nur im engeren religiösen Sinn. 

Chris Wheeler formulierte es so: „Natürlich hat jede Schule ihre akademischen Ziele. Aber darüber hinaus geht es um eine besondere Form der individuellen Fürsorge, die den Kindern hilft zu verstehen, wer sie sind – und was Leben überhaupt bedeutet. Eine Schule, die diesen Aspekt der Spiritualität nicht berücksichtigt, verfehlt meiner Meinung nach ihren Zweck.“

Individuelles Wohlbefinden

Wie glücklich man in der Monkton Combe School darüber ist, anders zu sein, konnten wir bei unserem Besuch selbst erleben. Diese Haltung zeigt sich in vielen Bereichen des Schulalltags – sei es beim Unterricht im Freien, wenn das Wetter es erlaubt, bei Mädchen, die selbstverständlich im Cricket-Team der Jungen mitspielen, oder in der Offenheit, während des Schuljahres spontan neue, kreative Ideen auszuprobieren. 

Immer steht eines im Mittelpunkt: das individuelle Wohlbefinden der Schüler.

“Der Ausgangspunkt bei uns ist nicht die Frage, mit welcher Prüfungsnote ein Schüler abschließen möchte oder in welcher Mannschaft er spielen will. Stattdessen geht es um die Kernfrage 'Wer bist du?' und nicht 'Was bist du?'”

Chris Wheeler

Headmaster Monkton Combe School

Das Akademische  

Die Monkton Combe School stellt keine besonders strengen Aufnahmebedingungen, kann aber dennoch auf ausgezeichnete akademische Ergebnisse verweisen. Im Jahr 2020 erzielten 71 Prozent der GCSE-Kandidaten Noten zwischen 9 und 7; bei den A-Level-Prüfungen erreichten 47 Prozent ein A oder A*, und 78 Prozent erhielten ein A oder B.

2019 – also im letzten Jahr vor Corona, in dem noch reguläre Prüfungen stattfanden – lagen die Ergebnisse ähnlich hoch: 59 Prozent der GCSE-Prüflinge erzielten Noten zwischen 9 und 7, während bei den A-Levels 60 Prozent ein A oder A* und 72 Prozent ein A oder B erhielten. Das IB wird an der Monkton Combe School nicht angeboten, und es gibt derzeit auch keine Pläne, dies zu ändern.

 Mathe, Englisch und Kunst besonders stark

Mathematik zählt zu den beliebtesten und stärksten Fächern der Schule. Viele Schüler wählen das Fach für ihre A-Levels. Von Bethany und Alexander (beide im Year 12) erfuhren wir, dass besonders der Englischunterricht hervorragend sei und auch in Kunst regelmäßig außergewöhnlich gute Prüfungsergebnisse erzielt werden. In den A-Levels können die Schüler zwischen verschiedenen Kunst- und Designrichtungen wählen, während bei den GCSEs Fächer wie Tanz, Fotografie, Bildende Kunst und Design zur Auswahl stehen.

Der Unterricht an der Monkton Combe School ist flexibel gestaltet. Die Schüler der Oberstufe arbeiten selbstverständlich mit Laptops, und bei schönem Wetter findet der Unterricht gerne im Freien statt – in eigens dafür geschaffenen Bereichen wie kleinen Amphitheatern mit Holzstufen und -bänken. Da das pädagogische Konzept der Schule auf die Förderung individueller Interessen ausgerichtet ist, gibt es zahlreiche Projekte, die anderswo kaum zu finden sind. Alexander, unser Tourguide, erzählte uns beispielsweise von seinem Architekturprojekt, in dem er untersucht, wie Menschen in überflutungsgefährdeten Gebieten leben – und wie man solche Orte nachhaltiger gestalten könnte.

Die außerschulischen Aktivitäten 

Wie bei jeder kleineren Schule erfordert das Leben an der Monkton Combe School gewisse Kompromisse. Jeder Schüler wird ermutigt, sich möglichst aktiv am Schulleben zu beteiligen – einerseits, weil das Teil des pädagogischen Konzepts ist, andererseits, weil viele Aktivitäten nur durch gemeinsames Engagement funktionieren. 

So stehen für fast alle Schüler der Jahrgänge 9 und 10 sowie für etwa 75 Prozent der Oberstufenschüler an den Wochenenden Sporttermine auf dem Programm. Dadurch bekommen alle die Gelegenheit, verschiedene Sportarten auszuprobieren. Bei Wettkämpfen gegen größere Schulen ist Monkton naturgemäß im Nachteil – hier zählt nicht ausschließlich sportliches Talent, sondern auch Einsatzfreude und Teamgeist. Für manche, wie den sportlich ambitionierten Alexander, ist das gelegentlich frustrierend. Andere, wie Bethany, schätzen gerade diesen inklusiven Ansatz, weil er das Gemeinschaftsgefühl stärkt und jedem Schüler ermöglicht, Teil des Teams zu sein.

 Sport, Kunst und ein neuer Theaterkomplex

Kunst spielt auch im außerschulischen Bereich eine zentrale Rolle. Das 2016 eröffnete Art and Design Centre befindet sich in einem wunderschönen, holzgetäfelten Gebäude, das von allen Schülern geliebt wird – nicht zuletzt, weil sie es jederzeit frei nutzen dürfen. „Es ist einfach großartig, in diesen hellen und hervorragend ausgestatteten Räumen zu arbeiten“, schwärmt Bethany. Professionelle Künstler stehen den Schülern dort mit Rat und Tat zur Seite und begleiten kreative Projekte individuell. 

Der Chor, der nicht singen kann

Auch Musik und Schauspiel sind äußerst beliebt. Ein neuer Theaterkomplex ist bereits in Planung, und im Sommer finden auf dem malerischen Cricketfeld im Tal regelmäßig Jazzkonzerte im Rahmen des Longmeade Jazz Festivals statt. Und natürlich darf der legendäre „Chor, der nicht singen kann“ nicht fehlen – eine humorvolle Monkton-Tradition, die perfekt zum Selbstverständnis der Schule passt. Daneben gibt es hochkarätige Schulchöre, die regelmäßig in der Abtei von Bath auftreten. 

Zu den traditionellen Sportarten an der Monkton Combe School gehören Netzball, Hockey, Cricket, Tennis und Rugby. Wer sich für Rudern interessiert, kann im schuleigenen Ruderclub trainieren. Darüber hinaus bietet die Schule ein breites Spektrum an Aktivitäten – von der Combined Cadet Force (CCF) über das Duke of Edinburgh’s Award-Programm bis hin zu Umweltprojekten der Conservation Group.

Wild Monkton 

Ganz gleich, wofür sich die Schüler entscheiden – Hauptsache, es geht nach draußen. Eine besonders beliebte neue Initiative heißt „Wild Monkton“: Hier lernen die Jugendlichen, Wege und Blumenbeete anzulegen, Bäume zu pflanzen und Bienenstöcke zu pflegen.

Das Boarding  

In puncto Internatsleben nimmt die Monkton Combe School eine herausragende Stellung ein. Alle Schüler, mit denen wir gesprochen haben, gerieten beim Thema Unterkünfte und Hauseltern regelrecht ins Schwärmen. Niemand beklagte sich darüber, die meisten Wochenenden in der Schule verbringen zu müssen, und niemand meinte, es gäbe zu wenige Ausflüge nach Bath oder Bristol. 

Bethany erklärte uns: „Man darf die Schule am Samstagnachmittag zwar verlassen, aber eigentlich sollen wir lieber vor Ort bleiben und uns an Aktivitäten oder Gemeinschaftsprojekten beteiligen – zum Beispiel an Sportveranstaltungen, bei denen man vielleicht nur zuschaut, aber auf jeden Fall die anderen anfeuert.“ Für sie ist das Gemeinschaftsgefühl zentral: „Wir sind eine einzige große Familie.“ Damit meinte sie vor allem ihr Haus, Grange, das Internatshaus für Mädchen, in dem sie wohnt. „Meine Hauseltern sind einfach total nett und jederzeit für uns da.“

 Eine große Familie

Alexander, der im Gegensatz zu ihr Tagesschüler ist, stimmte ihr voll und ganz zu. Zwar leben etwa 40 Prozent der Monkton-Schüler nicht dauerhaft im Internat, doch sie sind vollständig integriert und werden genauso behandelt wie die Internatsschüler. Jeder Tagesschüler gehört fest zu einem Haus und ist damit Teil der großen Gemeinschaft.

Ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs der Monkton Combe School ist, dass die Schüler ein Mitspracherecht bei der Wahl ihrer Tutoren und Hauseltern haben – ein Konzept, das viele sehr schätzen. Headmaster Chris Wheeler sieht darin spannende Einblicke in die Persönlichkeit seiner Schüler: „Manche wählen eher strenge Mentoren, andere entscheiden sich bewusst für das Gegenteil – für sogenannte ‚Softies‘, von denen sie sich mehr Verständnis und Empathie erwarten.“ 

Die Unterkünfte selbst sind gepflegt und komfortabel. Einige Häuser wurden kürzlich renoviert und liebevoll modernisiert. Schüler in Prüfungsklassen, wie etwa im Year 11, wohnen in Einzelzimmern; die jüngeren Schüler teilen sich Mehrbettzimmer.

Für welche Schüler eignet sich – unserer Meinung nach – die Monkton Combe School? 

Diese Frage können natürlich die Schüler selbst am besten beantworten. Laut unserer Tourguide Bethany geht es in der Monkton Combe School „eigentlich nicht so sehr darum, wer sich idealerweise für dieses Internat eignet. Unsere Schule freut sich über jeden neuen Schüler, integriert ihn vollständig in die Gemeinschaft und sorgt dafür, dass er oder sie sich wohlfühlt.“ 

Alexander teilt diese Ansicht, ergänzt jedoch, dass in Monkton jeder gefordert wird – niemand kann sich zurücklehnen oder abseitsstehen. „Das gilt vor allem für Sport und Kunst,“ sagte er. „Auch wenn man vielleicht nicht besonders talentiert ist, merkt man schnell, worauf es ankommt, und profitiert persönlich davon – man blüht richtig auf.“ 

Die Schule legt großen Wert darauf, dass sich jeder bemüht, sein Bestes zu geben. „Wenn jemand sich anstrengt und den Willen zeigt, so gut wie möglich zu sein,“ sagte Alexander, „dann hat man es geschafft – und wird von allen geliebt und akzeptiert.“ 

Besser lässt sich die Atmosphäre in der Monkton Combe School kaum beschreiben. Die Worte der Schüler sagen alles: Dies ist wirklich eine Schule, in der Kinder „geliebt“ werden und „aufblühen“ dürfen – ohne dass jemand diese Begriffe in Frage stellt. In Monkton Combe wird jedes Kind individuell umsorgt und wertgeschätzt. Und genau das ist das Fundament für den Erfolg dieser außergewöhnlichen Schule.

30 Jahre Erfahrung bei der Vermittlung britischer Internate

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