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08 May 2019
by Ferdinand Steinbeis


Englische Internate und die Rankings: wie nützlich sind Ranglisten?

Hallo aus Oxfordshire!
Sehr häufig bekommen wir bei von Bülow Education von unseren ratsuchenden Familien die Frage nach der Bedeutung der Schul-Ranglisten ('league-tables' oder 'rankings' auf Englisch) gestellt.
Deshalb wollen wir uns heute einmal näher mit diesem Thema befassen.
Und um es gleich vorweg zu sagen: Wir sind keine Fans.
Clayesmore Schools Kunstdepartment
Doch der Reihe nach…
Rankings – was genau ist das überhaupt?
Jedes Jahr veröffentlichen die renommierten britischen Tageszeitungen The Times und The Telegraph ihre inzwischen berühmt-berüchtigten Ranglisten der Schulen im Vereinigten Königreich. Darin werden die meisten staatlichen und privaten Schulen – zu denen natürlich auch die Internate gehören – aufgrund ihrer Prüfungsergebnisse bei den GCSE-Examen und den A-Level- oder IB-Prüfungen bewertet und platziert.
Viele Familien, die auf der Suche nach einem englischen Internat für ihr Kind sind, sehen sich zuerst diese Listen an. Manchmal, wie wir wissen, spielt die Platzierung eines Internats eine absolut tragende Rolle bei der Entscheidung.
Clayesmore Schools "reception room"
Wozu taugen Rankings eigentlich?
Ganz klar - die Rankings sind ein Indiz für wie gut sich ein Internat macht. Schließlich gehören die Prüfungsergebnisse der staatlichen Examen GCSEs, A-Levels und IB zu den wenigen, wirklich harten Fakten über das akademische Leistungsniveau eines Internats.
Außerdem bieten Ranglisten einfache Vergleichsmöglichkeiten zwischen einzelnen Internaten. Hat z.B. Internat A bessere A-Level-Resultate als Internat B, dann entscheidet man sich natürlich für Internat A! Liegt doch auf der Hand, oder?
Malvern Colleges Kunstdepartment
Wir bei von Bülow Education sind keine Fans der Rankings.
Warum das so ist verraten wir Ihnen hier:
1) Sie sind nicht aussagekräftig genug.
Die Prüfungsergebnisse eines Internats sind zu eng gefasst und simpel, um eine komplexe Beschreibung über Qualität, Errungenschaften und Charakter eines Internats abzugeben.
Wie gut sind die außerschulischen Aktivitäten? Wie gut sind die Angebote in Sport, Musik oder Schauspiel? Was ist mit der Betreuung der Schüler? Wie steht es um die Vermittlung sozialer Kompetenzen wie Führungskompetenzen und Durchhaltevermögen?
Die Rankings haben zu diesen essentiellen Fragen keine Antwort.
2) Sie sagen mehr aus über das Auswahlverfahren eines Internats als über ihre Qualität.
Die meisten englischen Elite-Internate haben ein sehr strenges Auswahlverfahren. Sie nehmen grundsätzlich nur Bewerbungen von Schülern mit Spitzennoten an.
Daraus lässt sich sehr einfach der folgende Schluss ziehen: Wenn ein Internat nur Schüler aufnimmt, die im Eingangstest exzellent abschneiden, dann stehen die Chancen sehr gut, dass diese Kinder dann später in den GCSE-, A-Level- oder IB-Prüfungen ebenfalls hervorragende Ergebnisse erzielen. Das hat dann wenig damit zu tun, was das Internat unternimmt oder nicht!
Dazu kommt, dass man natürlich mit hoch intelligenten Schülern sehr viel schneller vorankommt, mehr Stoff bewältigt, Prüfungen besser vorbereitet und letztendlich dann einen ausgezeichneten Durchschnitt erreicht.
3) Sie geben ein verzerrtes Bild ab.
Ranglisten sind statistische Erhebungen. Und die nun tendieren bekanntlich dazu, Dinge leicht zu verfälschen.
Wie z.B. bewertet man ein Internat mit 20 IB-Kandidaten im Vergleich zu einer mit 200? Ein sogenanntes „Ausreißer“-Ergebnis – also ein extrem gutes oder ein katastrophal schlechtes Prüfungsergebnis eines einzelnen Schülers – spielen bei einer Schule mit geringer Kandidatenzahl eine viel größere Rolle als bei dem Internat mit mehr Prüflingen.
4) Sie sind lückenhaft.
Nicht alle Internate werden in den Ranglisten erfasst: Manche Spitzeninternate wie z.B. die Sevenoaks School oder das Eton College machen schon seit langem nicht mehr bei den Rankings mit. Diese verlieren dadurch natürlich an Bedeutung.
5) Aber noch wichtiger – die Rankings sagen nichts über die Eignung eines Internats für ein Kind aus.
Außer in dem ungewöhnlichen Fall, dass Familien ausschließlich am akademischen Erfolg eines Internats interessiert sind, sagen die Rankings kaum etwas über die Eignung einer Schule für Ihr Kind aus.
Wie steht es um die Erfolgsaussichten für Ihr Kind? Wo wird es am glücklichsten sein?
Die Ranglisten können das nicht vorhersagen.
Sollten Sie die Platzierungen also komplett ignorieren?
Nein. Schauen Sie sich die Listen ruhig an, aber bitte registrieren sie die Rankings der Schulen bloß als eine Information unter vielen.
In jedem Fall raten wir Ihnen in keinem Fall die Rankings als Ersatz für einen Besuch der Internate zu benutzen. Ein Besuch bietet Ihnen die Möglichkeit, der tatsächlichen Qualität des Unterrichts auf die Spur zu kommen. Wenn Sie sich mit Lehrern und Schülern unterhalten, eine Mathe-Stunde miterleben oder mehr über die Zukunftspläne der Schulleitung erfahren – dann sind das alles unendlich viel wertvollere Eindrücke über die akademische Kompetenz eines Internats Nur dadurch können Sie am Ende beurteilen, ob eine Schule für Ihr Kind geeignet ist oder nicht.
Wir hoffen, das hilft Ihnen weiter. Gerne organisieren wir Ihnen Besuche bei geeigneten Internaten! Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen oder Diskussionsbedarf haben!
Ihre Internatsberatung von Bülow Education

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