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Bülow Blog

Englische Internate und der Brexit - ein Interview mit Ardingly College

Ferdinand Steinbeis

Guten Tag,

Hier nun das letzte Interview aus unserer Serie "Englische Internate und der Brexit". 

Unser Geschäftsführer Ferdinand Steinbeis führte letzten Freitag ein Interview mit Ben Figgis, dem Direktor von Ardingly College, einem Internat für Jungen und Mädchen in der Grafschaft West Sussex.

FS: Ben, Lassen Sie uns mit einer eher allgemeinen Frage beginnen – wo stehen wir zur Zeit beim Brexit? Was wissen wir eigentlich genau?

BF: Leider wissen wir im Moment noch gar nichts Genaues. Die Wahl letzte Woche hat hier sicherlich keine Klarheit geschaffen - ganz im Gegenteil! Zu hoffen ist aber, dass die konservative Regierung mit dem Flop, den sie sich geleistet hat, keine 'hard Brexit' mehr durchdrücken können. Ich bin hier mittlerweile recht zuversichtlich geworden.  

In jedem Fall werden die Verhandlungen zwischen Brüssel und der britischen Regierung sehr lange dauern. Vor 2020 wird nichts passieren, so können sich Familien, die für jetzt einen Aufenthalt in England planen, eigentlich entspannen.

Falls es im es wider erwarten aber doch zu einem 'hard Brexit' kommen sollte, deutet alles darauf hin, dass Schüler aus EU-Staaten in Zukunft so wie schon jetzt Schüler aus Nicht-EU-Staaten eine Aufenthaltserlaubnis beantragen müssen – also ein Visum. Brüssel hat jedenfalls ziemlich deutlich gemacht, dass ein harter Brexit höchstwahrscheinlich einen Visums-Zwang für EU-Schüler mit sich bringen mit.

Die derzeitigen Visa-Vorschriften für Nicht-EU-Schüler sind ziemlich streng. Und ich gehe jetzt davon aus, dass das auch bei EU-Schülern der Fall sein wird.

 

FS: Welche Kosten sind denn mit einem Visum verbunden?

BF: Unsere Familien, die nicht aus EU-Staaten kommen, müssen ‎£500 für ein Visum bezahlen. Außerdem dürfte sich der Verwaltungsaufwand bei der Bearbeitung der Bewerbungen natürlich erhöhen, so dass Schulen wie Ardingly mit zusätzlichen Komplikationen rechnen müssten.

 

FS: Beunruhigt Sie das?

BF: Natürlich bin ich besorgt, dass dieser zusätzliche Aufwand Eltern davon abschrecken wird, ihr Kind zu uns schicken zu wollen. Vor dem Brexit-Referendum hatten wir schließlich 82 EU-Schüler. Und die sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Schul-Gemeinschaft.

Andererseits bin ich natürlich zuversichtlich, dass die Jugendlichen nach Großbritannien kommen, um hier einen anderen pädagogischen Ansatz kennenzulernen. Und das wird selbstverständlich so bleiben: In kultureller und pädagogischer Hinsicht genauso wie in Bezug auf die individuelle Betreuung der Schüler! Wir garantieren allen Familien, dass sich an der erstklassigen All-Round-Ausbildung und Betreuung, für die Ardingly berühmt ist, nichts ändern wird.

Aber ich überlege momentan auch, ob wir nicht auch ein Signal der Hoffnung an die Europäer aussenden könnten und die Visums-Kosten für die Eltern übernehmen sollten. Ich hoffe sehr, dass Familien einen solchen Schritt als Geste des guten Willens begrüßen würden und ihr Kind trotz der Visumspflicht zu uns schicken. Aber das ist noch nicht in trockenen Tüchern: Schließlich muss so etwas von der gesamten Schulleitung beschlossen werden!

 

FS: Haben Sie denn vielleicht einen Ratschlag für all jene Familien parat, die sich derzeit überlegen, ob sie ihr Kind noch ins Vereinigte Königreich schicken sollen?

BF: Ich möchte gern all diese Familien daran erinnern, dass ja schließlich 48% der Briten beim Referendum für einen Verbleib in der EU gestimmt haben. Und zu dieser Gruppe gehörte auch garantiert der Löwenanteil aller Mitarbeiter und Eltern in Ardingly. Deshalb ist die Atmosphäre für Kinder, die an unsere Schule gehen, immer noch pro-europäisch – wir wollen unbedingt ein Teil Europas bleiben und nach wie vor starke kulturelle Beziehungen zu Schülern aus der EU haben!

Genau diesen Punkt kann man nicht stark genug betonen: Wir in Ardingly sind tolerant und progressiv. Wir bemühen uns mit allen Kräften darum, offen für andere kulturelle Einflüsse zu sein und Beziehungen zu Schulen außerhalb unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu knüpfen. Daran wird sich auch in Zukunft überhaupt nichts ändern!

Aber ich möchte interessierte Familien auch noch auf einen weiteren Vorteil aufmerksam machen. Der Wechselkurs des britischen Pfund Sterlings ist für Euro-Besitzer momentan sehr günstig. Der starke Euro sorgt also dafür, dass ein Schulbesuch in Großbritannien für EU-Familien in nächster Zukunft finanziell attraktiver sein dürfte als bisher.

 

FS: Gibt es noch weitere Argumente, die für einen Internatsaufenthalt im UK sprechen?

BF: Ich möchte noch einmal betonen, dass sich eigentlich nur das Bewerbungsverfahren ändern könnte. Davon abgesehen, bleiben britische Internate dieselben offenen, toleranten und aufgeschlossenen Orte, für die sie seit vielen Jahrzehnten in der ganzen Welt bekannt sind.

Und noch etwas: Sicherlich herrscht in EU-Familien derzeit eine gewisse Nervosität… Aber das ist noch nichts im Vergleich zu der Sorge, die uns selbst umtreibt! In kultureller Hinsicht wird sich sicherlich nichts ändern; aber wirtschaftlich werden wir höchstwahrscheinlich den Preis für das bezahlen müssen, was sich momentan hierzulande abspielt.